Mormonismus und die Natur Gottes/Elohim und Jehova

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Sind Elohim und Jehovah dieselbe Gottheit?


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Kritik

Manche Kritiker behaupten, dass Elohim, Jehovah, Adonai und andere ähnliche hebräische Namen für Gott aus dem Alten Testament einfach verschiedene Titel sind, die die verschiedenen Eigenschaften des einen wahren Gottes betonen. Um diese Kritik zu unterstützen, zitieren sie Schriftstellen aus dem Alten Testament, die sagen: Der Herr (Jehovah), dein Gott (Elohim) z.B. (Deuteronomium 4:2; 4;35; 6:4) und beweisen, dass diese verschiedenen Titel für ein und denselben Gott sind.

Erwiderung

[1] Obwohl Elohim in der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage als Namen und Titel für Gott den ewigen Vater verstanden und gebraucht wird, und der Name Jehovah für Jesus Christus, dem einzig gezeugten Sohn reserviert ist [2], war das nicht immer der Fall. Mormonen des 19. Jahrhunderts, — einschließlich Joseph Smith, Brigham Young und John Taylor — gebrauchten Jehovah als Namen für Gott, den Vater. Heilige der Letzten Tage haben auch erkannt, dass das hebräische Wort Elohim in alten Zeiten als ein typisches Wort für „Gott” verwendet wurde. [3]

Der Gebrauch von Elohim und Jehovah im Alten Testament

Die Trennung von Elohim und Jehovah im hebräischen Alten Testament ist nicht so deutlich, wie manche Kritiker uns glauben machen wollen.

Die folgenden Schriftstellen veranschaulichen die Verwirrung göttlicher Namen im Alten Testament

  • Exodus 34:23 kombiniert die hebräischen Worte Adon (Herr), Jehovah (Herrscher) und Elohim (Gott[von Israel]) zu einem Titel, den man mit „Herr Gott den Gott Israels” oder „Herr Jehova Gjott Israels” übersetzt.
  • Die hebräische Version von Psalm 82:1 sagt: „Gott [Elohim] steht auf in der Versammlung der Götter [El]; im Kreis der Götter [+Elohim].” hält er Gericht.
  • Psalm 110:1 sagt: „So spricht der HERR [Jehovah] zu meinem Herrn [Adonai], Setze dich mir zur Rechten und ich lege dir deine Feinde als Schemel unter die Füße” (Hebräer 1:2 Der Vater sagte das zu Jesus Christus; siehe auch Matthäus 22:44; Markus 12:36; Lukas 20:42).
  • In einem Fall (Psalm 8:5) hat sich der hebräische Elohim als Engel erwiesen. Der hebräische Text erklärt, dass Jehova den Sohn Gottes „etwas kleiner machte als Elohim” [KJV „angels”]. Obwohl die meisten buchstäblichen Übersetzungen Elohim als „Gott” wiedergeben, gibt es in diesem Vers eine Berechtigung, es mit „Engel” zu übersetzen: Hebräer 2:7 zitiert den Vers indem es das griechische Wort aggelos („Engel”) für Elohim verwendet.
  • Wir finden auch, dass Elohim in vier Fällen mit „Richter” übersetzt wurde. (Exodus 21:6; 22:8-9), obwohl „Gottes Repräsentant” wahrscheinlich die beabsichtigte Bedeutung ist Das zeigt dennoch, dass göttliche Namen von inspirierten Schreibern mit verschiedenen Bedeutungen verwendet wurden.

Entstehung von Namenstiteln in der israelitischen Geschichte

Im Alten Testament, betont der Titel Elohim oft die starken bündnistreuen Qualitäten Gottes, während der Name Jehova die Selbst-Existenz und Ewigkeit und 'Adonai,die Charakteristika eines souveränen Herrschers zuordnet und wurden nicht immer für nur einen Gott verwendet.

Eine Studie von verschiedenen hebräischen Wörtern, die für Gott im Alten Testament verwendet wurden, zeigt, dass die gleichen Namenstitel oft sowohl für wahre als auch für falsche Götter verwendet wurden und ebenso für menschliche Führungskräfte. Somit wurde das Hebräische für Elohim und Jehovah oft im allgemeinen Sinn verwendet. Solch ein Gebrauch verursacht besonders dann Verwirrung, wenn der Text später geändert wurde.

Eugene Seaich hat darauf hingewiesen, dass viele Gelehrte herausgefunden haben, dass die frühe caananitische und israelitische Theologie zwei deutlich verschiedene Sätze von göttlichen Charakterzügen kennt. Einen für den „Vater der Götter” und „Vater der Menschen” und den anderen für den Sohn, der ein sterbender und wiederauferstehender Gott ist, der allen Kreaturen das Leben gibt und „den Kosmos für seinen Vater verwaltet.” Seaich erklärt, dass der Hohe Gott EL genannt wurde und sein Sohn wurde Ba'al genannt, zumindest in der Zeit der israelitischen Monarchie. Die Israeliten, die aus der Wüste mit der Mosaischen Religion zurückkehrten, sprachen von El’s Sohn als Yahweh Einige Belege dieser Unterscheidung sind noch im Alten Testament erhalten geblieben. (siehe Deuteronomium 32:8-9; Psalm 82; Sprüche 30:4). Er bemerkt auch, dass Genesis Kapitel 1 von Elohim (die längere Form von El) als den Schöpfer spricht, wohingegen Kapitel 2 von Yahweh-Elohim spricht. Seaich schreibt:

...Die Mosaische Reform, die nur als Versuch begann, die unzüchtigen Exzesse auszurotten, zu dem der alte Polytheismus niedergesunken war (Ex. 32), brauchte mindestens sechs Jahrhunderte, um sich selbst als Israels wahre Religion zu etablieren, wobei viele vorherige Wahrheiten eleminiert wurden, ehe der „ethische Monotheismus” des späten Judaismus hervortrat. In dem neuen Monotheismus wurden der frühere Elohim und Yahweh ein einziger YHWH-Elohim” von Deut. 6:4.... Die vollständige Assimilation der zwei Götter zu einem brauchte wahrscheinlich so lange wie die „Monotheistische Reform” selbst, d.h. von ca. 1500 bis 500 v.Chr..... Schließlich war das Alte Testament selbst vollständig einer entsprechenden Revision unterworfen. (bekannt als die „deuteronomische Revision”). [4]

Göttliche Einsetzung

Heilige der Letzten Tage glauben auch, dass Jesus oft für seinen Vater durch das Recht der göttlichen Einsetzung gesprochen hat. Bruce R. McConkie schrieb: „… Da er in allen Eigenschaften der Vollkommenheit eins mit dem Vater ist und die Macht und Vollmacht des Vaters ausübt, folgt daraus logischerweise, dass alles, was er sagt und tut ganz genau dasselbe ist, was der Vater an seiner Stelle unter denselben Umständen sagen und tun würde.” [5]

Es gibt in der Schrift zahlreiche Beispiele der göttlichen Einsetzung. Die klarsten biblischen Beispiele beinhalten Engel die wegen Gott oder Christus sprechen. Genesis 22:11-12; Exodus 3:2, 6; 23:20-21; Offenbarung 1:1; 19:9-13; 22:8-16), obwohl Christus in vielen Fällen durch das gesamte alte Testament spricht, als wäre er der Vater selbst (Genesis 17:1; 35:11; Exodus 6:3). wird Christus auch was "der Allmächtige” genannt. (Offenbarung 1:8, 18; 4:8; 11:17). Aus diesem Grund identifizieren viele Christen Elohim und Jehovah als ein und dieselbe Person.

Die HLT-Sicht

Die Vorstellung von Christus als Vater wurde 1916 in einem Statement klar dargelegt mit dem Titel „Der Vater und der Sohn: eine dogmatische Darstellung von der Ersten Präsidentschaft und den Zwölf.” [6]

Zusätzliche Unterstützung der HLT-Differenzierung im Gebrauch von göttlichen Titeln ist in Schriftstellen des Neuen und Alten Testaments zu finden. Matthäus und Markus berichteten, dass als Jesus am Kreuz nach seinem Vater schrie, er den Name Eli verwendete (Matthäus 27:46) oder Eloi (Markus 15:34). Beide Namen werden von Gelehrten als Aramäische Equivalente von El oder Elohim betrachtet. [7]

Obwohl Hinweise zur Sohnschaft Christi im Alten Testament ziemlich selten sind, existieren sie dennoch. Daniel 3:25(Luther-Übersetzung) schreibt von einem vierten Mann in Nebukadnezars Feuerofen, der aussah, als wäre er ein Sohn der Götter.[Elah].” Sprüche 30:4 spricht von dem „Sohn” des Schöpfers und Daniel 7:13 nennt das glorreiche Kommen des „Menschensohnes” (vergleiche Johannes 3:13 und Moses 6:57). Hosea 11:1 wird von Matthäus (Matthäus 2:15) als eine Prophezeiung zitiert, dass Gotttes „Sohn” aus Ägypten gerufen wird, und wir sollten nicht vergessen, dass Jesajas berühmte messianische Prophezeiung die Geburt eines Sohnes voraussagte, der auch mit den Titeln „ewiger Vater” und „mächtiger Gott” bekannt sein würde (Jesaja 7:14; 9:16). All diese Schriftstellen bieten Belege für Nephis Aussage „weil diese Dinge aus dem Evangelium des Lammes herausgenommen sind, stolpern überaus viele” (1 Nephi 13:26-30, 34, 40).

Elohim ./. Eloheim

Einige HLT-Werke (besonders die aus dem neunzehnten Jahrhundert) mögen „Eloheim,” anstatt das bekanntere (besonders außerhalb der Kirche) „Elohim” genannt haben.

Beide Worte repräsentieren das hebräische Wort אלהים — es sind Transliterationen (die lediglich das Hebräische in lateinische Schrift konvertieren). Während des 19. Jahrhunderts gab es zwei Arten der Hebräisch-Transliteration und Aussprache.

  1. Ashkenazisch (von den jüdischen Kommunen in Nordeuropa - angefangen mit Deutschland und
  2. Sephardisch (von den jüdischen Kommunen in Südeuropa, meisten von Spanien und Portugal).

Joseph Smiths Hebräischlehrer an der Schule der Propheten in Kirtland war Joshua/James Seixas &mdash er lehrte auch andere HLT-Mitglieder in Kirtland, biblisches Hebräisch zu lesen. Seixas' Familie kam von Portugal, und so lehrte er Sephardisches Hebräisch (he wars einer der besten — wenn nicht sogar der beste — Amerikanische an Hebraist seiner Zeit). Sephardisches Hebräisch sprach das Wort für Gott etwas anders aus als Ashkenazisches Hebräisch (welches heute das am gebräuchlichsten und meist gelehrte Hebräisch ist).

Josephs Lehrer schrieb das Wort eloheem, und diese Aussprache wurde zu eloheim, was manchmal in HLT-Schriften verwendet wird. Besonders da beide Versionen exakt die gleiche Bedeutung haben. Der Wechsel von eloheim oder eloheem zu elohim liegt darin begründet, dass spätere LDS-Autoren (besonders Elder James E. Talmage) von jüngeren Hebräischgelehrten, die der aschkenasischen Aussprache den Vorzug gaben, beeinflusst wurden. Dies führte zu einem Wechsel im Gebrauch unter den Führern der Kirche, was jetzt zur weltweiten Gelehrsamkeit passt. Beides jedoch ist eigentlich das gleiche Wort.

Zusammenfassung

Die Überzeugung, Elohim ein altertümliches Wort für den allmächtigen Gott und Vater von uns allen war und dass Jehovah Jesus, der Christus, sein Sohn, war und ist, basiert auf neuzeitlicher Schrift (D&C 110:1-4) und nicht auf biblischer Exegese. Die Lehren neuzeitlicher Propheten und Apostel neigen dazu, diesen Gebrauch zu bekräftigen, so wie Präsident Joseph F. Smith lehrte, „Unter den Geistkindern von Elohim war und ist Jehovah oder Jesus Christus der Erstgeborene, und alle anderen sind jüngere.“ [8]

Der HLT-Gebrauch der Namenstitel Elohim und Jehovah um Gott unseren Himmlischen Vater und seinen einzig gezeugten Sohn zu bezeichnen bedeutet nicht, darauf zu bestehen, dass diese Titel im Altertum immer verwendet wurden, einschließlich in der Bibel. Vielmehr sind diese Titel eine namensgebende Übereinkunft, die in der heutigen Kirche für Klarheit und Präzision verwendet werden. Da man von Christus als den Vater sprechen mag, verwenden heutige Heilige diese Namenstitel in vielerlei Hinsicht, um Mehrdeutigkeit zu vermeiden, unabhängig davon, welche Rolle der göttlichen Persönlichkeiten erörtert wird.

Das diese Terminologie nicht zur Zweckmäßigkeit und zur Klarheit vor dem zwanzigsten Jahrhundert standardisiert wurde, sind die Leser gewarnt, in den frühen Schriften der Kirche diesen Gebrauch nicht immer zu erwarten, der erst Dekaden später anstieg. Ebenso ist der Versuch anachronistisch, die Bibel so zu lesen, als ob die Schreiber dem gleichen heutigen Gebrauch folgen würden, was zu Verwirrung und Fehlinterpretation führen mag.

Fußnoten


  1. Dieser Artikel kommt ursprünglich aus einer Antwort aus Michael Hickenbotham, Answering Challenging Mormon Questions: Replies to 130 Queries by Friends and Critics of the LDS Church (Horizon Publishers & Distributors, 1995) (now published by Cedar Fort Publisher: Springville, UT, 2004), 104-07. ISBN 0882905368. ISBN 0882907786. ISBN 0882907786. Wegen der Beschaffenheit des Wikiprojekts wurde dieses Material geändert und angepasst.
  2. James E. Talmage, Jesus the Christ (Salt Lake City, Utah: Deseret Book Company, 1983[1915]), 38.
  3. Joseph Smith, Jr., Teachings of the Prophet Joseph Smith, herausgegeben von Joseph Fielding Smith (Salt Lake City: Deseret Book Company, 1976), 371. ISBN 087579243X. Link; Eugene Seaich, Ancient Texts and Mormonism, p. 20.
  4. Seaich, pp.15–21; siehe Text mit der vollständigen Liste der Referenzen.
  5. Bruce R. McConkie, Mormon Doctrine, 2nd edition, (Salt Lake City: Bookcraft, 1966), 130–131. GL direkte Verbindung
  6. "The Father and the Son: A Doctrinal Exposition of the First Presidency and the Twelve,” 30 June 1916. First published in Improvement Era 19/10 (August 1916):934 – 42 Link; available more recently in an condensed format in Ensign 32 (April 2002):13–18 Link.
  7. Strong's Greek Dictionary of the New Testament, p. 35; see entries for „Elah” and "Eloah.”
  8. Improvement Era 19/10 (August 1916):940-41 Link; also quoted in 1990 Melchizedek Priesthood Personal Study Guide, p. 39. See also Talmage, pp. 36–38; Joseph Fielding McConkie and Donald W. Parry, A Guide to Scriptural Symbols, parts 2 & 3).


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