Geschlechterthemen/Gleichgeschlechtliche Anziehung/Boyd K. Packer Oktober 2010 Konferenzansprache

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Boyd K. Packers Konferenzansprache von Oktober 2010


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Am 10. Oktober sprach Präsident Boyd K Packer vom Kollegium der Zwölf Apostel während der halbjährlichen Generalkonferenz.

Teile von Präsident Packers Rede verursachten einen Sturm des Protests und viel Fehlinterpretation. Dieser Artikel untersucht Präsident Packers Vortrag und vergleicht ihn mit früheren Reden von ihm. Es ist als eine Untersuchung gemeint, nicht als Interpretation. Es ist nicht das Anliegen von FAIR, offizielle Interpretation für die Worte unserer Führer anzubieten. Doch wir glauben, dass der Vortrag von Präsident Packer falsch verstanden und falsch interpretiert wurde, und hoffen, dass unsere Analyse das zeigen wird.

Kritik

Kritiker haben behauptet:

  • Präsident Packers Rede war nur über Homosexualität,
  • Aufrufe, Neigungen zu unerlaubten sexuellen Verhalten zu überwinden war ein Aufruf, die sexuelle Orientierung zu ändern,
  • Präsident Packers Statements war eine Abweichen der offiziellen Kirchenpolitik,
  • Präsident Packer wurde von anderen Mitgliedern der HLT-Hierachie mundtot gemacht,
  • Präsident Packers Ansprache wurde zensiert oder ansonsten unterdrückt wegen der öffentlichen Protestwelle,
  • Präsident Packer glaubt oder behauptet, dass sexuelle Gefühle/Versuchungen von denen ausgesucht sind, die davon geplagt sind,
  • Präsident Packer ist der Heuchelei, unchristlichen Verhaltens und/oder der Mitwirkung von Selbstmördern der Homosexuellen schuldig,
  • Präsident Packer lehrt, dass die einzige Option für sexuelle Minderheiten die ist, heterosexuell zu werden,
  • Präsident Packer versucht nicht, wie Jesus zu sein, denn er liegt falsch damit zu lehren, dass es solche Dinge nicht gibt wie eine göttliche homosexuelle Beziehung.

Quellen der Kritik

Erwiderung

Ungeachtet des Widerstands sind wir entschlossen, auf Kurs zu bleiben. Wir halten an den Grundsätzen, Gesetzen und Verordnungen des Evangeliums fest. Wenn diese arglos oder vorsätzlich missverstanden werden, dann ist es eben so.

   — Präsident Boyd K. Packer, Oktober 2010 Generalkonferenz

Präsident Packers Rede wurde einem weltweiten Publikum präsentiert.. Die deutschen originalen Audio- und Videodateien sind weiterhin auf der offiziellen Kirchenwebsite verfügbar. Auch die Originale wurden denen zur Verfügung gestellt, die Material für Blinde und Sehgeschädigte herstellen, was ein klares Zeichen dafür ist, dass die Kirche nicht vorhat, diese zu „unterdrücken” oder abzuweisen.

Fehldarstellungen und Fehleinschätzungen begannen gleich nachdem die Rede übermittelt wurde. (Obwohl Präsident Packer ironischerweise ausdrücklich keine gleichgeschlechtliche Anziehung erwähnt hat — und trotz der Tatsache, dass er seine Rede mit einer Erörterung von Pornographie sowohl begann als auch beendete — wendeten viele Hörer seine Formulierungen und seine Argumentation einzig und allein auf Themen homosexueller Versuchung an.) Die daraus resultierende Aufregung in Kommentaren und Beschwerden führte einen Kirchensprecher dazu, darauf hinzuweisen, dass das was Präsident Packer gemeint hat, in der veröffentlichten Version seiner Rede verdeutlicht wurde.

Am folgenden Montag hat jeder Sprecher der Generalkonferenz die Möglichkeit, notwendige Änderungen zu machen, um die Unterschiede zu verdeutlichen zwischen dem was geschrieben und was ausgestrahlt wurde, oder um die Absicht des Sprechers zu verdeutlichen. Präsident Packer hat einfach seine Absicht verdeutlicht.[1]

Die veröffentlichte Version ist nun online verfügbar. Die Absätze von Interesse sind unten in der Tabelle miteinander verglichen worden.

Gesprochene Version Geänderte gedruckte Version
Einige meinen, ihre Neigungen seien vorgegeben und sie könnten ihre vermeintlich angeborenen Tendenzen, dem Unreinen und Widernatürlichen nachzugeben, nicht überwinden. Nicht doch! Warum sollte unser Himmlischer Vater das jemandem antun? Denken Sie daran: Gott ist unser Vater im Himmel. Einige meinen, ihre Neigungen seien vorgegeben und sie könnten ihre vermeintlich angeborene Versuchung, dem Unreinen und Widernatürlichen nachzugeben, nicht überwinden. Nicht doch! Denken Sie daran: Gott ist unser Vater im Himmel.

Zweifelsohne kann die Kirche nicht beabsichtigen, Präsident Packers ursprüngliche Kommentare zu unterdrücken oder zu verbergen, da sie weiterhin die ursprüngliche Rede verfügbar macht. Kirchensprecher haben die Medien auch direkt darauf hingewiesen, dass die gedruckte Version klargestellt wurde. Das wäre eine seltsame Art, etwas zu verschleiern.

Es ist ebenfalls klar, dass die Bedeutung der ursprünglichen Rede von Präsident Packer in der gedruckten Version widergespiegelt wird. Zum Beispiel folgt sowohl in der gesprochenen als auch in der gedruckten Version sofort nach den obigen Sätzen, dass Präsident Packer sagt oder schreibt:

Paulus hat verheißen, dass „Gott … nicht zulassen [wird], dass ihr über eure Kraft hinaus versucht werdet. Er wird euch in der Versuchung einen Ausweg schaffen, sodass ihr sie bestehen könnt.” Sie können, wenn Sie wollen, eine Angewohnheit ablegen und eine Abhängigkeit überwinden und das hinter sich lassen, was eines Mitglieds der Kirche nicht würdig ist. Wie Alma gemahnt hat, müssen wir „ständig wachen und beten”.
Jesaja warnte: „Weh denen, die das Böse gut und das Gute böse nennen, die die Finsternis zum Licht und das Licht zur Finsternis machen, die das Bittere süß und das Süße bitter machen.”

Im Kontext spricht Präsident Packer klar davon, fähig zu sein, der Versuchung zu widerstehen.. Sein Gebrauch des Wortes „Tendenzen” ließ einige vermuten, er würde argumentieren, das solch angeborenen Versuchungen beseitigt werden könnten. Doch solch eine Lesart ist unvereinbar mit den Schriftzitaten, die er verwendet hatte, um seinen Standpunkt zu beweisen —Paulus behauptet nicht, das Christen von Versuchung befreit sein werden, sondern dass sie der Versuchung nicht nachgeben sollen. Es würde in der Tat wenig Sinn für Gott machen, uns zu erlauben, Versuchungen zu erdulden, denen wir nicht standhalten können — solch eine Erklärung widerspricht dem Kern der HLT-Lehre über sittliche Verantwortlichkeit. (siehe LuB 101:78).

Die gleiche Schriftstelle wurde in einer Erörterung über gleichgeschlechtliche Anziehung von Elder Dallin H. Oaks im Jahr 2006 verwendet:

Der Unterschied zwischen Gefühlen oder Neigungen einerseits und dem Verhalten andererseits ist sehr klar. Es ist keine Sünde, Neigungen zu haben, die, sofern man ihnen nachgibt, zu einem Verhalten führen würden, das eine Übertretung darstellt. Die Sünde besteht darin, dass man der Versuchung nachgibt. Versucht zu werden ist nichts Außergewöhnliches; selbst der Erretter wurde versucht.
Das Neue Testament betont, dass Gott uns Gebote gibt, die schwer zu halten sind. Im 1 Korinther, Kapitel 10, Vers 13 steht: „Noch ist keine Versuchung über euch gekommen, die den Menschen überfordert. Gott ist treu; er wird nicht zulassen, dass ihr über eure Kraft hinaus versucht werdet. Er wird euch in der Versuchung einen Ausweg schaffen, sodass ihr sie bestehen könnt.” (Betonung hinzugefügt)[2]

Gegenstand der Ansprache

Präsident Packer erwähnte während der gesamten Ansprache niemals gleichgeschlechtliche Beziehungen. Das wurde später von den Kritikern der Kirche hineininterpretiert. Während seiner Rede hatte ein konkretes Beispiel, und das war von einem Ehemann, der sich Pornographie anschaute. Es gibt keinen Zweifel darüber, dass seine Worte auch auf gleichgeschlechtliche Beziehungen anzuwenden gemeint waren, besonders in Bezug auf die Legalisierung von Unmoral und der letzten Schlacht wegen Proposition 8 . Dennoch wäre es falsch zu sagen, er hätte gleichgeschlechtliche Beziehungen hervorgehoben, oder was er sagte, würde nur auf gleichgeschlechtliche Beziehungen anzuwenden sein.

Indem er mit einem heterosexuellem Beispiel einer unnatürlichen Neigung zu Pornographie begann, stellte er sicher, das die mit heterosexueller Anziehung nicht in der falschen Annahmen wären, von dieser Last befreit zu sein. Jede Neigung zum Unreinen und Widernatürlichen, einschließlich Pornographie, Unzucht, Ehebruch, Prostitution oder Vergewaltigung von und mit welchem Geschlecht auch immer kann überwunden werden ob homosexueller oder heterosexueller Natur. ‚Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass sich seine Kommentare nur auf solche mit gleichgeschlechtlicher Anziehung beziehen. Viele Menschen mit heterosexueller Anziehung nehmen irrtümlich an, dass sie dafür „programmiert” seien, sich in unerlaubter Weise zu verhalten. Seine Rede handelte davon, jede Art von Versuchung zu überwinden, nicht nur solche von homosexueller Natur.

Gefühle und Taten

Ein weiteres Gebiet der Verwirrung ist, die Leute aufzufordern, den Hang zum Unsittlichen zu überwinden. Elder Packer forderte sie auf, ihre sexuelle Orientierung zu ändern. Dies zu erwarten, erfordert von uns zu verstehen, dass seine Kommentare an alle gerichtet sind, sowohl an die mit gleichgeschlechtlicher Orientierung als auch an heterosexuell Orientierte.

Der Mann, der ein Problem mit Pornographie hat, braucht nicht alle Neigung zum anderen Geschlecht zu verlieren, um seine Neigung zu Pornographie zu überwinden. Ein alleinstehendes heterosexuelles Mitglied braucht nicht alle seine Neigungen zum anderen Geschlecht zu verlieren um seine Neigung zum vorehelichen Sex zu verlieren. Ebenso braucht ein Mitglied mit gleichgeschlechtlichen Neigungen nicht alle Neigungen zum gleichen Geschlecht zu verlieren, um gleichgeschlechtliche Handlungen zu überwinden.

Es ist einfach zu denken, dass weil Elder Packer sich auf Proposition 8 bezog, er nur über gleichgeschlechtliche Anziehung gesprochen hätte. Proposition 8 handelte von gleichgeschlechtlichen Beziehungen und Handlungen. Die Kirchenführer im Allgemeinen und Präsident Packer insbesondere haben immer einen gewichtigen Unterschied zwischen beiden gemacht. Während Präsident Packer eindeutig lehrt, dass man wählen kann in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung zu sein, sagt er nicht, dass man es sich aussuchen kann, gleichgeschlechtliche Neigungen zu haben. Gleichgeschlechtliche Beziehung werden für eine Fälschung der Ehe gehalten. Nicht dagegen gleichgeschlechtliche Anziehung. Zu interpretieren, dass seine Botschaft bedeuten würde, gleichgeschlechtliche Anziehung könne in diesem Leben geändert werden, widersprich seine langen und geäußerten Standpunkt, dass gleichgeschlechtliche Anziehung zu erfahren keine Sünde ist und in diesem Leben wohl nicht überwunden wird..[3]

Über gleichgeschlechtliche Neigungen sagte er:

„Es wird vielleicht ein Kampf sein, von dem ihr euch in diesem Leben nie ganz freimachen könnt. Wenn ihr euch auf die Versuchung nicht einlasst, braucht ihr auch keine Schuldgefühle zu haben.”[4]

Präsident Packers Ansprache setzte eine lange Tradition fort, den Unterschied zu betonen zwischen sündigem Tun (einschließlich aber nicht auf Homosexualität beschränkt) und denen, die versucht sind, solche Dinge zu tun wegen ihrer starken Wünsche und Gefühle. Dies beinhaltet viele der Reden, die Präsident Packer in einem Zeitraum von dreißig Jahren gehalten hat.

Die Botschaft des Evangeliums war es niemals, dass wenn man genug betet oder genug Glauben hat, dass Gott alle Prüfungen und Versuchungen in diesem Leben fortnehmen würde. Die Botschaft ist, dass es uns freisteht, zwischen gut und schlecht zu wählen, nicht dass wir es an erster Stelle vermeiden können, vom Übel versucht zu werden. Die Betonung der Kirche war immer darauf, das Verhalten nach überwundenen Versuchungen zu kontrollieren, aber nicht dadurch, dass alle Versuchungen in unserem Leben beseitigt werden.

Die Betonung auf Taten ist sogar klarer, wenn wir die umgebenden Absätze aus den Kirchenzeitschriften zusammensetzen. Wie im Stern gedruckt liest sich das so:

Wir lehren einen Maßstab für sittliches Verhalten, der uns vor Luzifers vielen Ersatzvarianten und Fälschungen einer Ehe schützt. Uns muss klar sein: Wenn wir dahingehend beeinflusst werden, eine Beziehung einzugehen, die nicht mit den Grundsätzen des Evangeliums vereinbar ist, ist da etwas falsch. Aus dem Buch Mormon erfahren wir, dass „schlecht zu sein … noch nie glücklich gemacht” hat.
Einige meinen, ihre Neigungen seien vorgegeben und sie könnten ihre vermeintlich angeborene Versuchung, dem Unreinen und Widernatürlichen nachzugeben, nicht überwinden. Nicht doch! Denken Sie daran: Gott ist unser Vater im Himmel.
Paulus hat verheißen, dass „Gott … nicht zulassen [wird], dass ihr über eure Kraft hinaus versucht werdet. Er wird euch in der Versuchung einen Ausweg schaffen, sodass ihr sie bestehen könnt.” Sie können, wenn Sie wollen, eine Angewohnheit ablegen und eine Abhängigkeit überwinden und das hinter sich lassen, was eines Mitglieds der Kirche nicht würdig ist. Wie Alma gemahnt hat, müssen wir „ständig wachen und beten”.

Es gibt viele Dinge, die unter die Kategorie „Fälschung der Ehe” fallen; solche wie Pornographie, Prostitution, gleichgeschlechtliche Beziehungen und so weiter, doch gleichgeschlechtliche Neigungen gehören nicht in diese Gruppe. Seine Botschaft scheint zu sein, dass niemand darauf programmiert ist, in irgendeine sexuelle Beziehung zu treten, und dass jede Neigung oder Versuchung, Unmoralisches zu tun (sowas wie Pornographie oder gleichgeschlechtliche Beziehungen) überwunden werden kann, sodass die unmoralische Handlung nicht ausgeführt wird. Gleichgeschlechtliche Neigungen ist weder eine Beziehung noch eine Handlung. Präsident Packer hat sehr eindeutig beides unterschieden, während die Kritiker dazu tendierten, den Unterschied zu verwischen.

Der Gebrauch von Überwinden in anderen Schriften

Viele Leute haben Probleme mit dem Gebrauch von „überwinden” gehabt in Verbindung mit Wünschen, unmoralische Beziehungen einzugehen. Überwindung ist ein wichtiger Teil der Kirchenlehren. Bishof McMullin lehrte:

„Doch wie bei allen moralischen Gegebenheiten, wenn die Neigung, ob gleichgeschlechtliche oder heterosexuelle Neigungen jemanden dazu führt, die Gesetze Gottes zu missachten oder jemandes unsterbliche Möglichkeiten zu beschädigen, solche Neigung bedarf der Kontrolle und Überwindung.”[5]

Überwinden zu lernen ist in der gesamten heiligen Schrift verbreitet und wurde allgemein auf jeden angewendet, ohne eine besondere sexuelle Orientierung auszusondern.

Offenbarung 3:21

Wer siegt, der darf mit mir auf meinem Thron sitzen, so wie auch ich gesiegt habe und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe.

LuB 75:16

Und wer treu ist, der wird alles überwinden und wird am letzten Tag emporgehoben werden.

LuB 76:53

und die durch Glauben überwinden und vom Heiligen Geist der Verheißung gesiegelt sind, den der Vater über alle jene ausgießt, die gerecht und treu sind.

LuB 63:47

Wer glaubenstreu ist und ausharrt, wird die Welt überwinden.

LuB 64:2

Denn wahrlich, ich sage euch: Ich will, daß ihr die Welt überwindet; darum will ich mit euch Mitleid haben.

LuB 76:58-60

Darum, wie es geschrieben steht, sind sie Götter, nämlich die Söhne Gottes — darum gehört ihnen alles, sei es Leben oder Tod, Gegenwärtiges oder Zukünftiges — alles gehört ihnen, und sie gehören Christus, und Christus gehört Gott. Und sie werden alles überwinden.

LuB 63:20

Doch wer im Glauben ausharrt und meinen Willen tut, der wird überwinden und wird ein Erbteil auf der Erde empfangen, wenn der Tag der Verklärung kommt

Hier einige Schriftstellen die zeigen, dass wer nicht überwindet sondern statt dessen überwunden wird, wird nicht in den Himmel kommen.

LuB 52:18

Und weiter: Wer überwunden wird und keine Früchte hervorbringt, nämlich gemäß diesem Muster, ist nicht von mir.

LuB 52:18

aber die Heuchler werden entlarvt und werden abgeschnitten werden, entweder im Leben oder im Tod, ja, wie ich es will; und weh denen, die von meiner Kirche abgeschnitten werden, denn dieselben sind von der Welt überwunden.

2. Petrus 2:19

Freiheit versprechen sie ihnen und sind doch selbst Sklaven des Verderbens; denn von wem jemand überwältigt worden ist, dessen Sklave ist er.

Frühere Ansprachen über das gleiche Thema

Es wäre eigenartig für Präsident Packer eine Position von gleichgeschlechtlicher Anziehung oder anderen sexuellen Sünden zu verfechten, die von seiner lang geäußerten Position abweicht. Er hat das lange betont, obwohl diese Neigungen vielleicht nicht revidiert werden können, die Sünde kann überwunden werden.


1990

1990 sagte Elder Packer bei der Generalkonferenz:

Immer mehr Leute kämpfen heutzutage darum, geistig gefährliche Lebensweisen auf gesetzliche Grundlage zu stellen und sie gesellschaftlich akzeptabel zu machen. Dazu gehören die Abtreibung, die Homosexualität bei Männern und Frauen und die Drogenabhängigkeit... Die Heiligen der Letzten Tage sehen im sittlichen Aspekt eine Komponente, die nicht fehlen darf, wenn man sich mit diesen Themen befaßt - sonst sind heilige Bündnisse in Gefahr! Halte deine Bündnisse, und du befindest dich in Sicherheit; brich sie, und du bist in Gefahr.
In der Kirche gehen jetzt mehrere Veröffentlichungen herum, in denen homosexuelles Verhalten verteidigt und befürwortet wird. Sie verdrehen die Schrift, um zu beweisen, daß derlei Anwandlungen angeboren seien, nicht überwunden werden könnten und man sich nicht dagegen wehren dürfe; darum habe ein solches Verhalten seine eigenen sittlichen Normen. Man zitiert die Schrift, um widernatürliche Handlungen zwischen übereinstimmenden Erwachsenen zu rechtfertigen.
Wir alle sind Gefühlen und Trieben ausgesetzt, und einige davon sind gut, andere dagegen nicht. Einige davon sind natürlich, andere nicht. Wir sollen sie beherrschen, das heißt, wir sollen sie so lenken, wie es dem Sittengesetz entspricht...
Wir erhalten Briefe, in denen um Hilfe gebeten und die Frage gestellt wird, warum manche Menschen von einem Verlangen gequält werden, das zu Sucht oder Perversion führt. Sie suchen verzweifelt nach einer vernünftigen Erklärung, warum sie fast zwingend zu etwas hingezogen werden, ja geradezu für etwas bestimmt sind, was verderblich und verboten ist.
Warum, so fragen sie, geschieht das gerade mir? Das ist nicht gerecht! Sie meinen, es sei nicht gerecht, daß andere nicht von den gleichen Versuchungen heimgesucht werden. Sie schreiben, ihr Bischof habe keine Antwort auf das Warum, er könne ihnen auch ihre Sucht nicht nehmen und die Neigung nicht beseitigen.
Manchmal hören wir, die Kirchenführer verständen diese Probleme einfach nicht. Vielleicht stimmt das. Es gibt manch ein Warum, für das wir einfach keine simple Antwort haben. Was wir aber gut verstehen, ist die Versuchung - jeder von uns, und aus persönlicher Erfahrung. Niemand ist frei von dieser oder jener Versuchung. Darin besteht die Prüfung des Lebens, und das ist ein Teil unserer irdischen Bewährung. Versuchung irgendwelcher Art gehört eben dazu.
Und was wir auch wissen, ist, wohin diese Versuchungen führen. Wir haben beobachten können, wie sich diese Lebensweisen bei vielen Menschen ausgewirkt haben. Wir haben gesehen, wohin der Weg führt, dem zu folgen Sie versucht sind. Der Bischof kann Ihnen wahrscheinlich nicht sagen, woraus diese Gegebenheiten entstehen oder warum gerade Sie damit geplagt sind, und er kann auch die Versuchung nicht beseitigen. Aber er kann Ihnen sagen, was recht ist und was nicht. Wenn Sie das Richtige vom Falschen unterscheiden können, dann haben Sie einen Ausgangspunkt. Und das ist der Punkt, an dem die individuelle Entscheidung einsetzt. Das ist der Punkt, wo Umkehr und Vergebung eine große geistige Kraft wirksam werden lassen....
Der Versucher behauptet, solche Triebe ließen sich nicht ändern und man dürfe sich nicht dagegen wehren. Können Sie sich irgend etwas vorstellen, was uns der Widersacher noch eifriger einreden möchte?

Der Herr warnt: „Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen würde.” (Markus 9:42.)

Nun wende ich mich voll Mitgefühl und Liebe an Sie, die Sie vielleicht gegen Versuchungen ankämpfen, für die es keinen sittlichen Ausdruck gibt. Einige widerstehen der Versuchung, können sich aber anscheinend nie davon befreien. Lassen Sie nicht nach! Pflegen Sie Ihre geistige Widerstandskraft, wenn es sein muß, Ihr ganzes Leben lang.
Vielleicht fragen Sie sich, warum Gott Ihre Bitten scheinbar nicht erhört und die Versuchungen nicht von Ihnen wegnimmt. Wenn Sie den Evangeliumsplan richtig verstehen, werden Sie einsehen, daß in unserer irdischen Bewährung die Entschei- dung uns überlassen bleiben muß. Diese Erprobung ist ja der Zweck des Lebens. Auch wenn die Sucht Ihr sittliches Gefühl eine Zeitlang außer Kraft gesetzt oder den Geist in Ihnen verlöscht haben mag - es ist nie zu spät.
Vielleicht sind Sie nicht imstande, sich einfach durch eine Entscheidung von den unwerten Gefühlen zu befreien. Was Sie aber tun können, ist, daß Sie mit der unsittlichen Verwirklichung aufhören.
Das Leid, das Sie durchmachen, wenn Sie eine Lebensweise der Sucht oder der Perversion nicht beginnen oder aber aufgeben, ist nicht der hundertste Teil dessen, was Ihre Eltern, Ihr Ehepartner, Ihre Kinder erleiden müssen, wenn Sie nicht durchhalten. Deren Leid ist unverschuldet, weil sie Sie lieben. Einer derartigen Lebensweise zu widerstehen oder zu entsagen ist eine wahrhaft selbstlose Tat, ein Opfer auf dem Altar des Gehorsams. Es wird ungeahnten geistigen Lohn zur Folge haben.[6]

Eindeutig die gleichen Themen der Unterscheidung zwischen Versuchungen und Taten und dem potentiellen Bedarf lebenslangen Widerstandes gegen nichtswürdige Versuchen sind gegenwärtig.

1995

1995 sagte Elder Packer bei der Generalkonferenz:

Außer für die wenigen, die zum Verderben überlaufen, nachdem sie eine Fülle empfangen haben, ist keine Gewohnheit, keine Sucht, keine Auflehnung, keine Übertretung, keine Abtrünnigkeit, kein Verbrechen von der Verheißung vollständiger Vergebung ausgenommen… Man kann sich einreden, daß die eigenen Übertretungen geistig nicht gesetzwidrig sind. Das funktioniert aber nicht; es geht auch nicht mit Auflehnung, Mut, Zorn oder mit dem Versuch, das Gewissen mit Witzen zu beruhigen. Das kann man nicht. Und das braucht man auch nicht.
Ich wiederhole: Außer für die wenigen, die zum Verderben überlaufen, nachdem sie eine Fülle empfangen haben, ist keine Gewohnheit, keine Sucht, keine Rebellion, keine Übertretung, keine Abtrünnigkeit, kein Verbrechen von der Verheißung vollständiger Vergebung ausgenommen. Das ist die Verheißung des Sühnopfers Christi.
Wie das alles wieder in Ordnung gebracht werden kann, wissen wir nicht. Vielleicht kann nicht alles in diesem Leben geregelt werden. Wir wissen aus Visionen und Erscheinungen, daß die Diener des Herrn das Erlösungswerk jenseits des Schleiers fortsetzen…
Manche Mitglieder der Kirche fragen sich, warum die Priestertumsführer sie nicht so annehmen, wie sie sind, und sie einfach mit dem trösten, was sie reine christliche Liebe nennen.
Reine christliche Liebe, die Christusliebe, heißt nicht von vornherein jedes Verhalten gut. Die alltägliche Erfahrung als Eltern zeigt uns, daß man von tiefster Liebe durchdrungen sein und doch unwürdiges Betragen nicht gutheißen kann.
Wir als Kirche können kein unwürdiges Verhalten gutheißen oder solchen Menschen volle Gemeinschaft zuteil werden lassen, die Grundsätze leben oder lehren, welche in krassem Gegensatz zu dem stehen, was der Herr von den Heiligen der Letzten Tage erwartet. [7]
Wenn wir aus Sympathie unwürdiges Verhalten gutheißen, so kann das den Betreffenden kurzfristig trösten, doch letztlich würde es nicht zu seinem Glücklichsein beitragen.

2000

Im Jahr 2000 lehrte Präsident Packer:

Wenn ihr euch darauf einlasst, kann der Widersacher eure Gedanken in den Griff bekommen und euch zu einer Gewohnheit und Abhängigkeit verleiten und euch dabei einreden, dieses unsittliche, unnatürliche Verhalten wäre ein fester Bestandteil eurer Natur.

Hier sehen wir die gleiche Vorstellung in Präs Packers Ansprache von 2000 geäußert. — unmoralisches Benehmen ist kein fester unveränderlicher Bestandteil unserer Natur. Man kann sich entscheiden, wie man sich verhält, trotz starker Neigungen und Versuchungen, wie er fortfährt zu erklären.

Bei einigen wenigen besteht die Versuchung, dass ein Mann sich zu einem Mann hingezogen fühlt und eine Frau zu einer Frau,

Das Tor zur Freiheit und zu dem Guten beziehungsweise Schlechten, das dahinter liegt, geht bei der Losung Entscheidung auf oder zu. Es steht euch frei, euch für einen Weg zu entscheiden, der zu Verzweiflung, Krankheit und sogar zum Tod führen kann (siehe 2 Nephi 2:26,27).
Macht keine Experimente; lasst niemanden, ob Junge oder Mädchen, euren Körper so berühren, dass die Leidenschaft entflammt, die ihr nicht mehr in den Griff bekommt. Es beginnt als unschuldige Neugierde, der Satan beeinflusst eure Gedanken, und dann wird es zum Muster, zur Gewohnheit, die euch zum Gefangenen einer Abhängigkeit macht, die über die Menschen, die euch lieben, Kummer und Enttäuschung bringt (siehe Johannes 8:34; 2 Petrus 2:12–14,18,19).
Auf die Gesetzgebung wird Druck ausgeübt, damit unnatürliches Verhalten legitimiert wird. Aber dadurch wird das, was in den Gesetzen Gottes verboten ist, niemals richtig (siehe Levitikus 18:22; 1 Korinther 6:9; 1 Timotheus 1:9,10).
Manchmal werden wir gefragt, warum wir dieses Verhalten nicht als einen anderen und akzeptablen Lebensstil anerkennen können. Das können wir nicht. Wir haben die Gesetze nicht gemacht; sie wurde im Himmel gemacht und „vor der Grundlegung der Welt festgelegt” (siehe LuB 132:5; 124:41; siehe auch Alma 22:13). Wir sind nur Diener...

Wir verstehen, dass manche das Gefühl haben, wir lehnen sie ab. Das stimmt nicht. Wir lehnen nicht euch ab, nur das unsittliche Verhalten. Wir können euch gar nicht ablehnen, denn ihr seid Söhne und Töchter Gottes. Wir werden euch nicht ablehnen, denn wir lieben euch (siehe Hebräer 12:6–9; Römer 3:19; Helaman 15:3; LuB 95:1).

Vielleicht habt ihr sogar das Gefühl, dass wir euch nicht lieben. Auch das stimmt nicht. Eltern wissen, und eines Tages werdet auch ihr das wissen, dass es Zeiten gibt, wo die Eltern und wir, die wir die Kirche führen, aus Liebe hart sein müssen, wenn wir nämlich zerstören würden, wenn wir nicht lehren und strafen.
Wir haben die Regeln nicht gemacht; sie wurden als Gebote offenbart. Wir verursachen nicht die Folgen und können sie auch nicht verhindern, wenn ihr gegen die Sittengesetze verstoßt(siehe LuB 101:78). Trotz Kritik und Widerstand müssen wir lehren und warnen.

Wenn sich ein unwürdiges Verlangen in eure Gedanken drängt, dann kämpft dagegen an, leistet Widerstand, bekommt es in den Griff. Der Apostel Paulus erklärt: „Noch ist keine Versuchung über euch gekommen, die den Menschen überfordert. Gott ist treu; er wird nicht zulassen, dass ihr über eure Kraft hinaus versucht werdet.” (1 Korinther 10:13; siehe auch LuB 62:1.)....

Manch einer meint, Gott habe ihn mit überwältigendem unnatürlichem Verlangen erschaffen, er stecke also in der Falle und sei nicht verantwortlich (siehe Jakobus 1:13–15). Das ist nicht wahr. Es kann nicht wahr sein. Auch wenn man es als wahr annehmen würde, darf man nicht vergessen, dass Gott heilen kann (siehe Alma 7:10–13; 15:8).

Hier verwendet Präsident Packer wieder die gleichen Schriftstellen von Paulus, um zu zeigen, dass Versuchungen nicht zwangsläufig in Taten umgesetzt werden. Er fährt fort zu lehren, dass manche Versuchungen und Neigungen nicht in diesem Leben verwunden werden.

Es wird vielleicht ein Kampf sein, von dem ihr euch in diesem Leben nie ganz freimachen könnt. Wenn ihr euch auf die Versuchung nicht einlasst, braucht ihr auch keine Schuldgefühle zu haben. Es kann äußerst schwer sein zu widerstehen. Aber es ist besser, als der Versuchung nachzugeben und Enttäuschung und Unglück über euch und die Menschen zu bringen, die euch lieben.[8]

Wir bemerken wieder, dass diejenigen, die nicht gemäß den Versuchungen handeln unschuldig sind von aller Sünde — genau wie Präsident Packer in seiner Rede von 2010 sagt, und wie die Klarstellung (nicht Änderung) der Bedeutung des Rede sagt.

2003

Im Jahr 2003, lehrte Präsident Packer wieder die gleichen Vorstellungen, einschließlich das Prinzip, dass nur Taten einen Sünder ausmachen oder zum Gegenstand der Kirchendisziplin.

Es gibt Ausdrücke, die wir lieber nicht verwenden würden; sie beschreiben das, woran wir nicht einmal denken mögen. Ihr seid unausweichlich Versuchungen ausgesetzt, die mit Unzucht, Ehebruch einhergehen, mit Pornografie, Prostitution, Perversion, Wollust, Missbrauch, dem Widernatürlichen und all dem, was sich daraus ergibt….
Einige bedienen sich politischer, gesellschaftlicher oder gesetzlicher Mittel und verkehren die Sittlichkeit und die Ehe in etwas, was zügellos, unnatürlich und verboten ist. Aber den Plan, der dem Leben des Menschen und seinem Glück seit Anbeginn zugrunde liegt, können sie auf keinen Fall ändern. Der große Betrüger hat es auf Leidenschaften, Neigungen und Schwächen abgesehen. Er macht seinen Opfern weis, die Lage sei unabänderlich, und überredet sie zu tun, was sie von sich aus nie tun würden.
In der Kirche wird niemand wegen seiner Neigungen oder Versuchungen verurteilt. Nur für Übertretung muss man sich verantworten. (LuB 101:78; 2. Glaubensartikel) Wenn ihr unwürdigen Verlockungen nicht nachgebt, werdet ihr weder verurteilt noch der Kirchendisziplin unterzogen.[9]

2006

2006 lehrte Präsident Packer nochmals gegen die Vorstelllung, dass man wegen Versuchungen und Neigungen zwangsläufig sündigen muss.

Die Welt, in der wir leben und in der sich unsere Kinder zurechtfinden müssen, ist sehr, sehr schlecht. Überall werden wir mit Pornografie, Verwirrung um Geschlechterrollen, Kindesmissbrauch, Drogensucht und allem, was sonst noch dazugehört, konfrontiert. Diesen Einflüssen kann man nicht entgehen.
So manch einer gerät aus Neugier in Versuchung und lässt sich auf Experimente ein, andere gehen der Sucht in die Falle. Sie geben die Hoffnung auf. Der Widersacher fährt seine Ernte ein und bündelt sie….
Die Engel des Teufels überzeugen den einen oder anderen, er sei für ein Leben geboren, dem er nicht entrinnen könne, und daher gezwungen, in Sünde zu leben. Die verdorbenste aller Lügen ist, dass so jemand nicht umkehren, sich nicht ändern und keine Vergebung erlangen könne. Das kann nicht stimmen. Dabei vergisst man, dass es das Sühnopfer Christi gibt.[10]


Einen Apostel korrigieren?

Einige haben ihre Überraschung oder Enttäuschung darüber ausgedrückt, dass die Bemerkungen eines Apostels für die Veröffentlichung korrigiert wurde. Andere haben vermutet, dass solch eine Korrektur von Präsident Packer eine Einmischung anderer Mitglieder „mormonischer Hierarchie” ist. Solch eine lieblose Lesart ist unvereinbar mit dem Beweis, dass Präsident Packers Ansichten zu diesem Thema sich nicht geändert haben.

Darüber hinaus ist es eine relativ gängige Praxis — innerhalb und außerhalb der Kirche, die Vorträge nachdem sie gehalten wurden vor der Veröffentlichung zu editieren. Präsident Packer selbst bekundete seinen Dank an all seine Kollegen Kirchen Kirchenmitarbeiter, die in der Vergangenheit Änderungen in seiner Formulierung vorgeschlagen haben, um Verwirrung zu vermeiden.

Ich wurde gebeten, einen Artikel für die „Improvement Era” zu schreiben, Der wurde zurückgesendet mit der Bitte, einige Worte zu ändern. Das tat mir weh. Die Wortänderungen vermittelten nicht genau das, was ich zu sagen versuchte. Ich scheute mich etwas und mir wurde gesagt, das Richard L Evans, damals von den Siebzigern und Herausgeber der Zeitschrift, um diese Änderungen gebeten hatte… Nun, Obwohl dieser Artikel unter 35 Jahren Papier begraben liegt, bin ich froh, sehr froh, sollte ihn irgend jemand ausgraben, dass ich damals „eingeladen” wurde, ihn zu ändern.
Nach einer meiner ersten Ansprachen anlässlich einer Generalkonferenz erhilet ich einen Anruf von Joseph Anderson [Sekretär der Ersten Präsidentschaft]. Auf sehr höfliche Weise sagte er, dass Präsident McKay und seine Ratgeber vorgeschlagen haben, ein Wort dem Text meiner Rede hinzuzufügen. Ob es mir etwas ausmachen würde, das zu tun. Tatsächlich war das Wort in meinem Text, ich versäumte nur, es an der Kanzel zu lesen. Die peinlichste Lektion -- Die Erste Präsidentschaft! Es war leichter, wenn Elder Evans meine Arbeit korrigierte, sogar leichter, wenn einer meiner Mitarbeiter so nett war, es zu tun.
Gerade letzten Freitag, als ich einige Dinge für eine Präsentation zusammenstellte, las ich einen Teil davon einigen Brüdern der BYU vor. Ich bemerkte dass sie an einer bestimmten Stelle einander ansahen, und ich hörte auf vorzulesen und fragte, ob es ein Problem gibt. Schließlich wies einer von ihnen darauf hin, dass ich eine bestimmte Schriftstelle nicht verwendete, die ich erwähnte, obwohl sie genau das sagte, was ich zu vermitteln versuchte.
Wie konnten sie es wagen, einem Mitglied der Zwölf zu unterstellen, dass er seine Schriften nicht kannte! Ich sagte daraufhin einfach: „Was schlagen Sie vor?” Er antwortete: „Finden Sie besser eine andere Schriftstelle,” und er wies darauf hin, dass wenn ich den Vers zurück in den Kontext setzen würde, ich tatsächlich von etwas ganz anderem reden würde. Andere haben es verwendet, wie ich es erklärte zu verwenden, doch es war nicht wirklich korrekt. Ich war froh, es geändert zu haben.
Nun, bei dem was Sie tun, benötigen Sie vielleicht keine Hilfe bei der Korrelierung,[11] ich brauche Sie auf alle Fälle. Dieser Bruder zögerte nach dem Treffen, mir zu danken, dass ich mit ihm geduldig war. Mir danken! Ich war IHM dankbar! Falls ich jemals diese Präsentation mache, geschieht das nur, nachdem unser Korrelationspersonal es für mich überprüft hat..[12]

Präsident Packers Botschaft war für viele klar, die es hörten.[13] Einige haben ihn ernsthaft missverstanden und einige schienen aktiv nach einer feindlichen Lesart zu suchen. In diesem Zusammenhang war eine Klarstellung angemessen, dass es keine Entschuldigung mehr gibt, seine Bedeutung falsch zu verstehen.

Propaganda und Taktiken

Viele Leute könnten Präsident Packers Kommentare unschuldig missverstanden haben. Die Vorstellung, dass nur, weil man gewisse Gefühle hat, das nicht bedeutet, dass man danach handeln muss, wird den Menschen außerhalb der Kirche mehr und mehr fremd Falls jemand den Unterschied nicht versteht, könnten sie leicht einen Aufruf hineininterpretieren, unerlaubte sexuelle Beziehungen zu vermeiden, einschließlich einem starken Bezug zu gleichgeschlechtlichen Beziehungen, als einen Aufruf, ihre sexuelle Orientierung zu ändern. Unglücklicherweise scheint sich diese Fehlinterpretation verbreitet zu haben, was es schwieriger macht, Elder Packers wahre Absicht zu verstehen.

Es ist wichtig, dass jene mit gleichgeschlechtlichen Neigungen keine Schuld für gleichgeschlechtliche Neigungen empfinden, und diese Art der Fehlinterpretation der Lehren der Kirche verschlimmert das Problem nur noch. Während viele den Unterschied, den die Kirche macht, vielleicht nicht verstehen, gibt es viele Leute, die den Unterschied sehr wohl verstehen, aber auf ein sich selbst erhaltendes Missverständnis beharren. Wenn sie klingen, als ob Präsident Packer den Menschen zu sagen versucht, dass sie ihre sexuelle Orientierung zu ändern haben bringt das für ihren Fall mehr Mitgefühl ein als wenn es danach klingt als ob Präsident Packer den Menschen sagt, dass sie sich dafür entscheiden können, keinen homosexuellen Verkehr zu haben.

Diese Taktik ist schändlich und es überrascht nicht, dass diejenigen, die sich den Lehren der Kirche entgegensetzen, darin Zuflucht nehmen. Präsident Packer ist ein Apostel Gottes und viele Mitglieder mit gleichgeschlechtlichen Neigungen unterstützen ihn als solchen. Wenn sie den falschen Eindruck gewinnen, ein Apostel Gottes würde ihnen auftragen, ihre sexuelle Orientierung zu ändern, was zu Schuld und Depressionen führen kann — oder (was Kritiker der Kirche wahrscheinlich hoffen, es würde geschehen) Mitglieder mit gleichgeschlechtlichen Neigungen kommen zu dem Schluss, dass Präsident Packer nicht beachtet werden muss, weil sein „Rat”, ihre sexuelle Orientierung zu ändern, nicht umzusetzen ist. Dann werden sie schlussfolgern, dass er in seinem Rat weder von Gott inspiriert ist noch geleitet ist.. Dieses Missverstehen, gepflegt von einigen Feinden der Kirchenlehren, würde dann die Leute davon abbringen, ihre Bündnisse zu halten, weiter an das Sühnopfer Christi zu glauben und die Propheten und Apostel zu unterstützen.

Die schließliche Botschaft, die von der Kirche und von Präsident Packer, dass „wenn ihr der Versuchung nicht nachgebt, braucht ihr euch nicht schuldig fühlen” kann zwischen der Falschinterpretation und den Missverständnissen leicht verlorengehen.

Den Unterschied zwischen Homosexualität und gleichgeschlechtlichen Neigungen zu verschleiern ist keine neue Taktik. Sie stimmen mit Techniken überein, die manche seit langem befürwortet haben.

Zusammenfassung

Präsident Packer erwähnte nicht speziell die gleichgeschlechtlichen Neigungen oder Beziehungen während seiner Ansprache. Worauf er tatsächlich verwies, waren die Esatzvarianten und der Ehe mit einem starken Verweis auf die gleichgeschlechtlichen Beziehungen. Doch alles was er sagte, sollte und konnte genauso gut zu unerlaubten heterosexuellem Verhalten passen. Es gibt keinen Hinweis in seiner Rede darauf, dass er gleichgeschlechtliche Neigungen verdammt hätte, und solch eine Interpretation würde zahlreichen früheren Statements von Präsident Packer widersprechen.

Solche Taktiken sind nichts Neues in der Politik und gewiss nicht neu, wenn sie an Mitglieder der Kirche gerichtet sind. Wie Präsident Packer einmal darauf hinwies, ist er besorgter darüber, seine Botschaft mitzuteilen als sich über diejenigen Sorgen zu machen, die ihn absichtlich fehlinterpretieren.

Wir müssen uns zwar friedlich verhalten, aber wir brauchen ungerechte Anschuldigungen und ungerechtfertigten Widerstand nicht hinzunehmen… Je älter und erfahrener ich werde, desto weniger stört es mich, wenn jemand anderer nicht derselben Meinung ist wie wir. Es geht mir mehr darum, daß sie uns verstehen, denn mit dieser Einsicht steht es jedem dann frei, das Evangelium anzunehmen oder abzulehnen, wie es ihm beliebt.[14]

Und während selbst ein paar Mitglieder der Kirche die vereinte Stimme der Ersten Präsidentschaft und des Kollegiums der Zwölf Apostel über die sündige Natur homosexueller Handlungen außerhalb der Ehe ablehnen, bemerkte Präsident Packer einst:

Dann gibt es in der Kirche welche, die beunruhigt sind, wenn Änderungen, die sie vorschlagen, nicht eingeführt werden, oder wenn es zu Änderungen kommt, mit denen sie nicht einverstanden sind. Sie weisen auf diese Änderungen als Beweis dafür hin, daß die Führer nicht inspiriert sind.
Sie schreiben und sprechen, um andere zu überzeugen, daß die Lehren und Entscheidungen der führenden Brüder nicht durch Inspiration zustande kommen.
Zweierlei kennzeichnet sie: Sie stoßen sich ständig am Wort „Gehorsam” und stellen die Offenbarung immer in Frage. So ist es immer gewesen.[15]

Das Kernstück von Präsident Packers Botschaft wurde ignoriert und vernebelt — dieses Kernstück ist, dass Gott sich denen offenbart, die vor allem wünschen seinen Willen zu tun, wie sie sich entscheiden und und handeln sollten. Gehorsam, ein Zeichen des Glaubens muss immer vor Offenbarung und Wissen kommen. Doch nur Glaube und Offenbarung kann diesen Fall außerhalb von Politik, Polemik und propagandistischen Taktiken lösen.

Das Kernstück von Präsident Packers Botschaft wurde ignoriert und vernebelt — dieses Kernstück ist, dass Gott sich denen offenbart, die vor allem wünschen seinen Willen zu tun, wie sie sich entscheiden und handeln sollten. Gehorsam, ein Zeichen des Glaubens muss immer vor Offenbarung und Wissen kommen. Doch nur Glaube und Offenbarung kann diesen Fall außerhalb von Politik, Polemik und propagandistischen Taktiken lösen.

Unsere Versuchungen und Schwächen sagen nichts darüber aus, wer wir sind, noch diktieren sie unsere Handlungen und unsere Entscheidungen. Präsident Packer wurde fehlinterpretiert und teilweise verleumdet, deshalb werden die Zuhörer die fundamentale Frage nicht ernst nehmen — Spricht Gott in unseren Tagen zu Aposteln und Propheten? Und wenn, Hat er mit ihnen über diese anerkanntermaßen lebenswichtige Sache gesprochen?

Damals wie heute hat die Welt nicht geglaubt. Sie sagt, gewöhnliche Menschen können keine Inspiration empfangen, es gibt keine Propheten und Apostel, Engel dienen nicht den Menschen — zumindest nicht gewöhnlichen Menschen. Dieser Zweifel und der Unglaube haben sich nicht geändert. Doch heute wie damals kann der Unglaube an der Wahrheit nichts ändern.
Wir behaupten nicht, Apostel der Welt zu sein, sondern Apostel des Herrn, Jesus Christus. Es kommt nicht darauf an, ob die Menschen glauben, sondern ob der Herr uns berufen hat, und daran gibt es keinen Zweifel. Wir reden nicht über jene heiligen Gespräche, die die Diener des Herrn zu besonderen Zeugen Jesu machen, denn es ist uns geboten, nicht darüber zu sprechen. Doch dürfen wir dieses besondere Zeugnis geben, ja, wir müssen es geben. [16]

Fußnoten

  1. [back]  Scott Taylor, "Mormon youths support Präsident Packer through Facebook," Deseret News (11 Oktober 2010) Link
  2. [back]  Dallin H. Oaks and Lance B. Wickman, "Same Gender Attraction," interview with Church Public Affairs (2006). Link
  3. [back]  Gregory L. Smith, "Shattered Glass: The Traditions of Mormon Same-Sex Marriage Advocates Encounter Boyd K. Packer," Mormon Studies Review 23/1 (2011): 61–85. Link wiki
  4. [back]  Boyd K. Packer, „Ye Are The Temple of God," Generalkonferenz (November 2000).
  5. [back]  Bishop Keith B. McMullin, "Remarks," given at 20th annual Evergreen International conference held in Salt Lake City, 18 September 2010.
  6. [back]  "I was asked on one occasion by Präsident Kimball if I would care to talk to the students at Brigham Young University on the subject of perversion. I begged him to excuse me from doing it, for I thought myself incapable of talking on that subject to a mixed audience. Later I repented of having declined the invitation and worked with great care to do as he had asked me to do. While "To the One" was given before a large audience at a Brigham Young University fireside, I singled out the afflicted individual for help, and also tried to inform and guide anyone who might have responsibility to help "the one" find his way." - Boyd K. Packer, That All May Be Edified (Bookcraft, 1982), 154.
  7. [back]  "To The One," address given to twelve-stake fireside, Brigham Young University (5 March 1978); reprinted in Boyd K. Packer, That All May Be Edified (Bookcraft, 1982), 186–200, emphasis added; italics in original. GL direkte Verbindung
  8. [back]  Boyd K. Packer, „Covenants," Generalkonferenz (Okt 1990). (Betonung hinzugefügt)
  9. [back]  Boyd K. Packer, „The Brilliant Morning of Forgiveness," Generalkonferenz (Oktober 1995). (Betonung hinzugefügt)
  10. [back]  Boyd K. Packer, „Ye Are The Temple of God," Generalkonferenz (November 2000). (Betonung hinzugefügt) (Kursiv im Original)
  11. [back]  Seine Kirche wiederhergestellt Seite 540: Es wird Nachdruck auf die Priestertumskorrelation gelegt Link
  12. [back]  Boyd K. Packer, „The Standard of Truth Has Been Erected," Generalkonferenz (Oktober 2003). (Betonung hinzugefügt)
  13. [back]  Boyd K. Packer, „I Will Remember Your Sins No More," Generalkonferenz (April 2006). (Betonung hinzugefügt)
  14. [back]  Boyd K. Packer, "Talk to the All-Church Coordinating Council," (18. Mai 1993).
  15. [back]  See, for example, (Gay) Mormon Guy, "Präsident Packer's Talk... From a (Gay) Mormon Perspective," blog post (14 Oktober 2010) Link
  16. [back]  An address given at the Church Educational System fireside at BYU on 1 Februar 1998; reproduced in Boyd K. Packer, "Die friedlichen Nachfolger Christi," Der Stern (Dezember1998), 16. Link
  17. [back]  Boyd K. Packer, "Offenbarung in einer Welt des Wandels," Der Stern (November 1989), 16. Link
  18. [back]  Boyd K. Packer, "Worte des Danks an die Mitglieder der Kirche," Der Stern (Mai 1980), 65. Link



Zusätzliches Material

Fairwiki

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  • Übersetzung der Rede von Elder Dallin H. Oaks, die er am 13. Oktober 2009 an der BYU-Idaho hielt FAIR
  • Die Bibel verurteilt homosexuelles Verhalten - von Justin W. Starr FAIR

Externe Links

  • Gleichgeschlechtliche Neigungen Link
  • Das Geschlecht ist ein wesentliches Merkmal der ewigen Identität und Lebensbestimmung - Liahona Oktober 2008 Link
  • Jeffrey R. Holland, „Wie man jemandem hilft, der sich zum eigenen Geschlecht hingezogen fühlt” Liahona (Oktober 2007) Link
  • Wenn man sich zum eigenen Geschlecht hingezogen fühlt - Dallin H. Oaks, Liahona März 2006 Link
  • Deutsche Presseseite der Kirche Jesu Christi - Wie steht die Kirche zu homosexuellen Neigungen und zur gleichgeschlechtlichen Ehe? Link
  • Kirche nimmt Stellung zu Volksentscheiden über gleichgeschlechtliche Ehe in den USA Link


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