Geistige Kundgebungen an Ehefrauen und Familien in Mehrfachehen

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Geistige Kundgebungen an Ehefrauen und Familien in Mehrfachehen


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Frage

Haben jene, die in Mehrfachehen eingetreten sind, das einfach nur getan, weil Joseph Smith (oder ein anderer Kirchenführern) ihnen sagten, das zu tun? Ist das ein Beispiel für blinden Gehorsam?

Detailierte Antwort

Kritiker möchten nicht, dass ihr Publikum weiß, dass die meisten von denen, die wegen der Mehrfachehe angesprochen wurden, sehr zurückhaltend waren, bis ihre Haltung durch oft sehr dramatische geistige Erlebnisse geändert wurde.

Zina Huntington

Zinas Bruder Dimick ermutigte sie, dem Werben Josephs, in eine Mehrfachehe einzutreten, zu folgen. Sie lehnte aber ab. Was änderte ihre Meinung? Zina hielt fest:

Ich durchforschte die Schrift und durch demütiges Gebet zu meinem himmlischen Vater erhielt ich selbst ein Zeugnis, dass Gott verlangte, diese Ordnung in seiner Kirche aufzurichten. Ich brachte ein größeres Opfer als mein Leben, denn ich erwartete nicht, dass mich jemals wieder jene, die ich so sehr liebte als ehrenwerte Frau betrachten würden, doch konnte ich mein Gewissen nicht beiseite schieben und das sichere Zeugnis des Geistes Gottes beiseite schieben wegen der Ehre dieser Welt.[1]

Einfach gesagt: Zina beugte sich nicht einfach dem Druck von Smith, sie erhielt ihr eigenes Zeugnis von der Polygamie durch Schriftstudium und durch persönliche Offenbarung.[2]

Benjamin Johnson

Joseph wandte sich an Benjamin Johnson um die Erlaubnis zu erhalten, seine Schwestern Delcena und Almera zu heiraten. Falls Josephs Absichten unehrenhaft waren, scheint das ganz dumm gewesen zu sein. Benjamin berichtet über seine Reaktion:

In größter Gefühlsqual sah ich ihm direkt ins Gesicht und sagte: 'Bruder Joseph, das ist etwas, das ich nicht erwartet habe und das ich auch nicht verstehe. Du weißt, ob es recht ist. Ich nicht. Ich will es genau so machen, wie du mir sagst und ich werde es versuchen. Aber wenn ich jemals erfahren sollte, dass du das tust, um meine Schwester zu entehren und zu verderben, dann werde ich dich töten, so sicher wie der Herr lebt. Und sein Auge wich meinem nicht aus und er sagte mit einem Lächeln in sanftem Ton: Aber Benjamin, das wirst du nie erfahren, sondern du wirst erfahren, dass der Grundsatz wahr ist und du wirst darin sehr frohlocken, was er dir bringen wird.'[3]

Hier haben wir einen Bruder, der das Richtige tun will, der aber bei Gott schwört, Joseph zu töten, falls er erfährt, dass Joseph aus falschen Gründen handelt. Das zeigt, dass Joseph von seinen Gefolgsleuten nicht als unfehlbar betrachtet wurde: Benjamin weiß, dass Joseph aus niederen Beweggründen handeln könnte. Benjamin sagt, dass Joseph weiß „ob es wahr ist” (nicht „dass es wahr ist”), aber er weiß es nicht. Benjamin geht auf der Grundlage eines eher angsterfüllten Glaubens vor, um mit seiner Schwester zu sprechen:

Ich stand zitternd vor ihr, mit zitternden Knien. Sobald ich die Kraft dazu fand, meinen Mund zu öffnen, wurde er erfüllt, denn das Licht des Herrn schien auf mein Verständnis und die Angelegenheit, die so dunkel erschienen war, erschien nun von allen Angelegenheiten, die zu unserem Evangelium gehören, die hellste und klarste zu sein und so wurden meine Schwester und ich gemeinsam bekehrt.[4]

Emily Partridge

Als Joseph Smith die Mehrfachehe gegenüber Emily Partridge erwähnte, was war da ihre Antwort?

Er fragte mich, ob ich nichts mehr von der Angelegenheit hören wolle. Ich sagte, das sei der Fall. Ich brachte ihn so schnell zum Schweigen, dass er die Angelegenheit monatelang nicht mehr zur Sprache brachte.[5]

Kritiker stellen Joseph Smith gerne als einen Menschen dar, der von sexueller Gier getrieben war. In diesem Fall überließ er Emily monatelang sich selbst. In der Zwischenzeit erhielt sie ihr eigenes Zeugnis, ganz ohne irgend einen Einfluss oder Druck von der Seite Josephs:

Sie war von Josephs Lehren beunruhigt und beschrieb sich später selbst als während dieser Monate 'in tiefem Wasser kämpfend': 'Ich hatte reichlich Zeit nachzudenken und begann zu wünschen, ich hätte dem zugehört, was er sagen wollte und ich begann mich so schrecklich zu fühlen wie vorher. In diesen paar Monaten erhielt ich ein Zeugnis der Worte, die Joseph zu mir gesagt hätte und was sie bedeuteten, bevor sie mir gesagt wurden und da ich davon überzeugt war, empfing ich sie willig.[6]

Als Emily Joseph von ihrem Entschluss erzählte, war klar, dass Joseph einfach geduldig monatelang gewartet hatte, bis sie sich an ihn wandte:

[Joseph] sagte, der Herr habe ihm geboten, in Mehrfachehen einzutreten und er habe mich ihm gegeben. Und obwohl ich sehr erschreckt worden war, wusst er, ich würde ihn haben. So wartete er, bis es ihm der Herr sagte. Mein Geist war nun vorbereitet und nahm die Grundsätze an.[7]

Mary Elizabeth Rollins

Als sie über die Mehrfachehe belehrt wurde:

erwiderte sie, sie würde sich nie an ihn siegeln lassen, wenn sie nicht ein direktes Zeugnis von Gott erhalten habe. Er sagte ihr, sie solle ernsthaft beten, denn der Engel habe ihm gesagt, sie werde ein Zeugnis bekommen. [Und dieses Zeugnis kommt tatsächlich:] Eine Person stand vor dem Bett und schaute mich an. Ihre Kleidung war weißer als alles, was ich jemals gesehen hatte. Ich konnte die Person anschauen, doch ihr Gesicht war so hell und schöner als ein irdisches Wesen sein konnte. Sein Blick ging mir durch und durch, ich konnte ihn nicht ertragen. [Sie erzählte dies Joseph], der Ereignisse vorhersagte, die in ihrer Familie geschehen würden. 'Jedes Wort bewahrheitete sich. Ich schritt voran und wurde an ihn gesiegelt.'[8]

Lucy Walker

Über den Heiratsantrag:

Wenn [Joseph] Smith Widerstand empfand, wie zu sehen war, dann belehrte er/bat er die zukünftige Ehefrau gewöhnlich weiterhin, über den Grundsatz zu beten und versprach ihr, sie würde ein Zeugnis erhalten. So geschah es hier. 'Er sagte:„Wenn du ernsthaft um Licht und Verständis in Bezug darauf betest, wirst du ein Zeugnis von der Richtigkeit dieses Grundsatzes erhalten.” Lucy durch die Polygamy und durch seinen Antrag entsetzt hat das verheißene Zeugnis nicht schnell erhalten. Sie betete, sie schrieb, aber nicht mit Glauben. Sie war dem Selbstmord nahe: 'Versucht und gemartert über mein Durchaltevermögen hinaus, bis das Leben nicht mehr wünschenswert war. Oh, dass mich doch das Grab sanft umfinge, dass ich Ruhe vom Busen meiner lieben Mutter empfinge.[9]

Joseph wartete mindestens vier Monate und dann sagte er Mary, sie müsse sich vor dem folgenden Tag entscheiden. Was war ihre Erwiderung?

'Dies brachte jeden Tropfen schottisches Blut in meinen Adern in Wallung,' [schrieb Mary]. 'Ich hatte in jenem Augenblick das Gefühl, ich sei dazu aufgerufen, mich selbst als lebendes Opfer auf den Altar zu legen, vielleicht um die Welt in Ungnade zu erdulden und das Missfallen und die Verachtung meiner jugendlichen Gespielinnen zu erleiden. All meine Träume des Glücks zerstoben in alle vier Winde, das war zu viel, der Gedanke war unerträglich. 'Dann sagte sie Joseph, sie können ihn heiraten, es sei denn, Gott würde es ihr offenbaren und Gott hatte das noch nicht getan. Sie schrieb: '[ich] verbot ihm eindringlich, nochmals mit mir über die Sache zu sprechen.'[10]

Was war Josephs Reaktion? Drohte er? Versuchte er, sie zu überreden? Benutzte er sein prophetisches Amt, um sie unter Druck zu setzen?

Er durchschritt das Zimmer, kehrte um und stand vor mir. Mit dem wundervollsten Geischtsausdruck sagte er: „Gott der Allmächtige segne dich. Du wirst eine Manifestation des Willens Gottes in Bezug auf dich erhalten, ein Zeugnis, das du nie verleugnen kannst. Ich werde dir sagen, was das sein wird. Es wird jener Friede und jene Freude sein, die du nie gekannt hast.”[11]

Lucy beschreibt die Antwort, die später, als sie alleine war, erhielt:

Mein Zimmer wurde von himmlischem Einfluss erfüllt. Für mich war es so, wie die helle Sonne, die durch die finsterste Wolke bricht. Meine Seele wurde von ruhigem, süßen Frieden erfüllt, wie ich ihn nie gekannt hatte. Äußerstes Glücksgefühl ergriff Besitz von meinem ganzen Wesen. Und ich erhielt ein mächtiges und unwiderstehliches Zeugnis von der Wahrheit des Ehebündnisses, genannt celestiale Ehe oder Mehrfachehe. Das ist für meine Seele wie ein Anker gewesen durch all die Prüfungen des Lebens. Ich hatte das Gefühl, ich müsste in den Morgen hinauslaufen und der Freude und Dankbarkeit, die meine Seele füllten, Luft machen. Als ich die Treppe hinunterstieg, öffnete Präsident Smith die Tür unten. Er nahm mich an der Hand und sagte: 'Gott sei gedankt, du hast das Zeugnis. Auch ich habe gebetet.' Er führte mich zu einem Stuhl, legte mir die Hände auf den Kopf und segnete mich mit jedem Segen, den mein Herz auch nur begehren konnte.[12]

Elizabeth and Newel K. Whitney

Ein Biograph schrieb:

Als Joseph sah, dass er [Newel Whitney] Zweifel an der Rechtschaffenheit dieser celestialen Ordnung hatte, sagte er ihm, er solle hingehen und den Herrn diesbezüglich befragen und er solle selbst ein Zeugnis erhalten. Das ist typisch für die Art, wie Joseph mit den anfänglichen Widerständen gegen die Vielehe umging. Und wie es so oft geschah, Newel und Elisabeth erhielten eine Offenbarung.[13]

Elisabeth berichtete:

Wir sannen dauernd darüber [die Lehre von der Polygamie] nach und in unseren Gebeten flehten wir ständig, der Herr möge uns irgend eine besondere Kundgebung dieser neuen und seltsamen Lehre gewähren. Er offenbarte uns seine Macht und Herrlichkeit. Wir waren anscheinend in eine himmlische Vision gehüllt, ein Lichtkranz umgab uns und wir waren überzeugt, dass Gott unsere Gebete hörte und annahm. Unser Herz war getröstet und unser Glaube war so vollkommen gemacht, dass wir willens waren, unsere älteste Tochter [Sarah Ann Whitney], die damals erst 17 Jahre alt war, Joseph in die heilige Ordnung der Mehrfachehe zu geben und damit all unsere Traditionen und früheren Ansichten bezüglich der Ehe beiseitezulegen. Wir gaben sie ihm mit unserer gegenseitigen Zustimmung.[14]

Zusammenfassung


Es ist klar, dass Joseph sehr wenig Druck ausübte und die Mitglieder waren nicht geneigt, ihm einfach blind zu folgen. Jene, die nach einem Zeugnis strebten, erhielten dramatische Erlebnisse, die sie unabhängig von Joseph Smith überzeugten, dass die Mehrfachehe der richtige Pfad war, dem sie folgen sollten.


Fußnoten

  1. [back]  Todd Compton, In Sacred Loneliness: The Plural Wives of Joseph Smith (Salt Lake City, UT: Signature Books, 1997), 81. NOTE: While this work is a valuable collection of many primary sources about early plural marriage, many members of FAIR reject many of the faulty conclusions which the author draws from the data.
  2. [back]  Compton, 81.
  3. [back]  Compton, 296.
  4. [back]  Compton, 297.
  5. [back]  Compton, 406.
  6. [back]  Compton, 407, italics added.
  7. [back]  Compton, 408.
  8. [back]  Compton, 213.
  9. [back] Compton, 464.
  10. [back]  Compton, 464–465, italics added.
  11. [back]  Compton, 465.
  12. [back]  Compton, 465.
  13. [back]  Compton, 347.
  14. [back]  Compton, 347.



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