Das Buch Mormon/Autorschaft Theorien/View of the Hebrews

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Kritik

Kritiker behaupten, dass ein Buch aus dem 19. Jahrhundert mit dem Titel View of the Hebrews, verfasst von einem Geistlichen aus Vermont namens Ethan Smith (nicht mit Joseph Smith verwandt), die Quelle für Joseph Smith darstellen würde, um daraus das Buch Mormon zu erstellen.

Quellen der Kritik

  • John Ankerberg and John Weldon, Everything You Ever Wanted to Know about Mormonism (Eugene, OR: Harvest House, 1992), 279–80, 301–2.
  • Peter Bartley, Mormonism: The Prophet, the Book, and the Cult (Dublin: Veritas, 1989), 28–9.
  • Fawn Brodie, No Man Knows My History, (New York, A. A. Knopf, 1945), 47–.
  • Maurice C. Burrell, Wide of the Truth: A Critical Assessment of the History, Doctrines and Practices of the Mormon Religion (London: Marshall, Morgan & Scott, 1972).
  • Marvin C. Cowan, Mormon Claims Answered (Salt Lake City: By the Author, 1975).
  • Charles A. Crane & Steven A. Crane, Ashamed of Joseph : Mormon Foundations Crumble (Joplin, Mo. : College Press Pub. Co., 1993), 123–5.
  • Ed Decker and Dave Hunt, The Godmakers (Eugene, OR: Harvest House, 1984).
  • Ronald Enroth, A Guide to Cults and New Religions (Downers Grove, IL: Intervarsity , 1983).
  • Gordon H. Fraser, Is Mormonism Christian? (Chicago: Moody Press, 1957).
  • Ralph L. Foster, The Book of Mormon on Trial (Salt Lake City: n.p., 1963).
  • G. T. Harrison, Mormons Are Peculiar People (New York: Vantage, 1954).
  • Mervin B. Hogan, " "A Parallel': A Matter of Chance vs. Coincidence," Rocky Mountain Mason (January 1956): 17–31.
  • Harold H. Hougey, "A Parallel"?The Basis of the Book of Mormon (Concord, CA: Pacific, 1963).
  • Robert N. Hullinger, "The Lost Tribes of Israel and the Book of Mormon," Lutheran Quarterly 22:3 (August 1970): 319–29.
  • Larry Jonas, Mormon Claims Examined (Grand Rapids, Mich.: Baker, 1961).
  • Wesley M. Jones, A Critical Study of Book of Mormon Sources (Detroit: Harlo Press, 1964).
  • Thomas O'Dea, The Mormons (Chicago: University of Chicago Press, 1957).
  • Brigham D. Madsen, ed., B. H. Roberts: Studies of the Book of Mormon (Urbana: University of Illinois Press, 1985.
  • David Persuitte, Joseph Smith and the Origins of the Book of Mormon (Jefferson, NC: McFarland, 1985).
  • John A. Price, "The Book of Mormon vs. Anthropological Prehistory," The Indian Historian 7:3 (Summer 1974): 35–40.
  • Leslie Rumble, "The Book of Mormon," The Homiletic and Pastoral Review 60:4 (January 1960): 338–45.
  • James M. Sire, Scripture Twisting: 20 Ways the Cults Misread the Bible (Downers Grove: Intervarsity, 1980).
  • George D. Smith, "Defending the Keystone: Book of Mormon Difficulties," Sunstone 6:3 (May–June 1981): 45–50.
  • George D. Smith, "'Is There Any Way to Escape These Difficulties?' The Book of Mormon Studies of B. H. Roberts," Dialogue: A Journal of Mormon Thought 17:2 (Summer 1984): 94–111.
  • George D. Smith, "Joseph Smith and the Book of Mormon," Free Inquiry 4:1 (Winter 1983): 21–31.
  • Jerald and Sandra Tanner, Mormonism—Shadow or Reality (Salt Lake City: Modern Microfilm, 1987[1964]).
  • Jerald and Sandra Tanner, The Changing World of Mormonism (Chicago: Moody Press, 1980), 126–8.
  • Dan Vogel, Indian Origins and the Book of Mormon (Salt Lake City: Signature Books, 1986).
  • I. Wiley Woodbridge, The Founder of Mormonism (New York, 1902), 124–126.


Erwiderung

In der Zeit von Joseph Smith

Die erste bekannte Bezugnahme auf Ansichten der Hebräer oder die Stämme Israels in Amerika im Hinblick auf das Buch Mormon stammt von Jospeh Smith selbst:

Wenn es der Fall gewesen wäre, dass ein Teil der Zehn Stämme auf die Weise wie wir angenommen haben, nach Amerika gekommen ist und auf der Suche nach milderem Klima die kalten Regionen von Assaeth hinter sich gelassen hat, dann wäre es nur natürlich, in den Ländern, die an den Atlantik grenzen, nach irgendwelchen Zeichen für die Anwesenheit von Juden zu suchen. Um das zu tun, wollen wir hier einen Auszug aus einem fähigen Werk von Reverend Ethan Smith aus Putney Vermont machen, das ausschließlich über das Thema der Zehn Stämme, die über die Behringstraße von Asien gekommen sind, geschrieben ist. Er schreibt folgendes: „Joseph Merrick, Esq., eine hoch geachtete Persönlichkeit in der Kirche zu Pittsfield, gab den folgenden Bericht: 1815 habe er um einen alten Holzschuppen, der auf seinem Grund und Boden auf dem Indian Hill stand, den Boden geebnet, als ... [Joseph spricht dann über die vermeintlichen Phylakterien, die unter Indianern gefunden wurden und zitiert dazu View of the Hebrews S: 220,223.[1]

Verfechter der Ethan-Smith-Theorie müssen erklären, warum der mutmaßliche Fälscher, Joseph Smith, die Unverfrorenheit besaß, noch auf die Quelle für seine Fälschungen hinzuweisen. Da das Buch Mormon keine expliziten Zitate aus Deuteronomium enthält und auch Phylakterien nicht erwähnt werden, müssen sie außerdem erklären, warum Joseph, wenn er diesen Beweis so überzeugend fand, ihn nicht auch für den Text im Buch Mormon verwendet hat.

Untersuchung der Theorie durch B.H. Roberts

1921 und 1922 unersuchte B.H. Roberts, ein Präsident der Siebziger und Kirchenhistoriker, die Theorie, um die Erste Präsidentschaft auf mögliche Schwierigkeiten dadurch vorzubereiten. Als Vertreter eines hemisphärischen geographischen Modells fand er zahlreiche Parallelen, die jedoch bedeutungslos werden, sobald man ein begrenztes geographishes Modell für das Buch Mormon annimmt.

Aufgrund dieser Arbeit wird B.H. Roberts von Kritkern oft unterstellt, er habe durch die Studien sein Zeugnis verloren. Dem widerspricht jedoch, dass Roberts bis zu seinem Lebensende ganz klar das Buch Mormon öffentlich unterstützte und sowohl gesprochen als auch gedruckt sein Zeugnis öffentlich bekräftigte.

Beispiele für Parallelen und Unterschiede

Es gibt einige Prallelen zwischen den beiden Büchern. Zum Beispiel behauptet View of the Hebrews das Vorhandensein eines zivilisierten und eines barbarischen Volkes, die ständig miteinander im Krieg lagen, wobei das zivilisierte Volk schließlich von seinen unzivilisierten Brüdern vernichtet wurde. Das stellt eine offensichtliche Ähnlichkeit mit der Geschichte der Nephiten und der Lamaniten im Buch Mormon dar.

„Parallelen” die keine sind

Wenn viele der fraglichen „Parallelen” genauer untersucht werden, zeigt es sich, dass es gar keine Parallelen sind:

Beide handeln von... View of the Hebrews Buch Mormon
...der Zerstörung Jerusalems ... ...durch die Römer im Jahr 70 n. Chr. ...durch die Babylonier 586 v. Chr.
...Israeliten, die auf den amerikanischen Kontinent kommen... ...auf trockenem Land über die Bering Straße. ...über das Meer auf einem Schiff.
...Kolonisten, die sich ausbreiten, um das ganze Land zu füllen... ...von Norden nach Süden. ...von Süden nach Norden.
...einem großen Gesetzgeber (von dem einige annehmen, dass er mit der Legende von Quetzalcoatl zusammenhängt)... ...der als Mose erkannt wird. ...der als Jesus Christus erkannt wird.
...einem antiken Buch, das lange Zeit bewahrt und dann vergraben wurde... ...weil sie keine Verwendung mehr dafür hatten, da sie die Kenntnis des Lesens verloren hatten [2] ...um die Schriften von Propheten für zukünftige Generationen zu bewahren.
...ein begrabenes Buch, das aus der Erde genommen wird... ...in Form von vier dunkelgelben Bögen Pergament.[3] ...in Form eines Satzes von Metallplatten.
...die ägyptische Sprache, da ...in hieroglyphischen Zeichnungen von Indianern ägyptischer Einfluss vorhanden ist.[4] ...zum Aufzeichnen einer heiligen Geschichte ein reformiertes Ägyptisch benutzt wurde.

Dies beleuchtet die Tatsache, dass allgemeine Parallelen zwischen Werken, die gleichartige Themen behandeln, wie etwa antike Geschichte, sehr wahrscheinlich gefunden werden können. In welchem antiken Konflikt hat sich nicht eine Seite selbst als Vertreter des Lichts und der Zivilisation gegen die finstere Barbarei ihrer Feinde verstanden?

„Unparallelen”

Kritiker ignorieren im allgemeinen die Gegenwart zahlreicher „Unparallelen” - das sind Elemente in Ethan Smiths Buch, die Joseph eine reiche Quelle von Material geliefert hätte, um seine Zeitgenossen davon zu überzeugen, dass das Buch Mormon eine antike Geschichte der Indianer sei und dass sie Nachkommen Israels seien. Doch durch die Bank ignoriert das Buch Mormon solche vorgeblichen „Treffer ins Schwarze”. Das sind gute Nachrichten für die Vertreter der Autentizität des Buches Mormon, da praktisch alle von Ethans „Beweisen” mittlerweile als falsch oder irreführend beurteilt werden.

Das Fehlen solcher „Unparallelen” ist jedoch für jeden, der behaupten will, Joseph habe seine Inspiration oder Information von Ethan Smith erhalten, eine schlechte Nachricht:

Beweis für Hebräer Behauptung in View of the Hebrews (im Buch Mormon nicht vorhanden)

Keine Offenbarung?

  • „Wir dürfen keine neue Offenbarung vom Himmel erwarten. Und man denkt, die Tage der Wunder sind vorbei” (127).
  • View of the Hebrews leugnet neue Offenbarung oder Wunder. Das Buch Mormon war ganz betont eine neue Offenbarung und besteht darauf, dass sich Wunder heute fortsetzen. (siehe Mormon 9:7-20).

Bundeslade

  • „Die Indianer hatte ihre Nachahmung der Bundeslade im alten Israel” (68).
  • „Wir haben einen Bericht, dass die Shawano Indianer auf einem Streifzug den Indianerkrieger des Muskhoge-Stammes namens Old Scranny gefangen nahmen und ihn zu einer Feuerfolter verurteilten. Er sagte ihnen, sie hätten deshalb die Möglichkeit bekommen, dass er in ihre Hände fiel, weil er den Schutz der Göttlichen Macht durch die eine oder andere Unreinheit verwirkt habe, als er die heilige Kriegslade gegen seinen ergebenen Feind trug.” (121).
  • Das Buch Mormon erwähnt nie die Bundeslade oder etwas ähnliches.

Beschneidung

  • „Die Indianer praktizierten die Beschneidung” (69).
  • Die vorchristlichen Völker des Buches Mormon erwähnen nie eine Beschneidung, noch weniger betonen sie sie als wesentlichen Ritus. (Moroni 8:8) erwähnt die Aufgabe des Ritus).
  • Warum hat Joseph Smith diese angenommene Parallele nicht betont??

Feuergott verschmolzen mit Israels Gott

  • „Die Indianer pflegten sehr stark die Annahme, dass ihr Großer Geist eine starke Beziehung zu Feuer hatte. Und die Peruaner gingen sogar so weit, wie es scheint, dass sie ihn in der Sonne verkörperten. Hier erscheint ein Splitter einer Mischung des persischen Götzenkultes mit der Theokratie Israels. So wie die früheren Israeliten einen gewissen Grad der götzendienerischen Laune der Ägypter übernahmen, wie es in ihrem goldenen Kalb erscheint, so könnten die zehn Stämme zu der Zeit, als sie in Medien lebten und bevor sie sich nach Amerika auf den Weg machten, einige Ideen des Feuers mit ihrem einen Gott vermischt haben.” (72).
  • Das Buch Mormon erwähnt nie die Anbetung von Feuer oder der Sonne, trotzdem das ein bekannter Teil vorkolumbianischer Religion ist.

Indianer verwenden hebräische Ausdrücke

  • „Diese Autoren versichern uns, dass die Indianer in ihren heiligen Tänzen singen: „Halleluyah Yohewah;” — Preis sei Jah Jehovah. Wenn sie siegreich von ihren Kriegen heimkehren, singen sie Yo-he-wah, da ihnen durch Tradition gelehrt wurde, den Lobpreis Gott zuzuschreiben.
„Dieselben Autoren versichern uns, dass die Indianer starken Gebrauch von Initialen des geheimnisvollen Namens Gottes machten, wie die Tetragrammdarstellung der alten Hebräer; oder die vier Anfangsbuchstaben die den Namen Jehovah bilden, den die Indianer so aussprechen: Y-O-He-wah. Dass sie, wie die alten Hebräer es vermeiden, diese zusammen oder auf einmal zu nennen. Sie singen und wiederholen die Silben dieses Namens in ihren heiligen Tänzen auf diese Weise: Yo-yo, oder ho-ho-he-he-wah-wah. Mr. Adair sagt über dieselben: „Danach beginnen sie nochmals: Hal-hal-le-le-lu-lu-yahyah. Und häufig die ganze Abfolge: hallelu-halleluhalleluyah- halleluyah.” Sie singen oft den Namen von Schilu (Schilo, Christus) mit den Silben des Namens Gottes angehängt, so: „Shilu-yo-Shilu-yo-Shilu-he-Shilu-he-Shilu-wah-Shilu-wah.” Und so fügen sie an den Namen von Schilu, den Namen von Jehovah durch seine heiligen Silben an. Derartige Dingen wurden unter den Indianern verschiedener Regionen Amerikas gefunden” (72).
„Er sagt, der allgemeine Name all ihrer priesterlichen Ordnung [113] sei Ischtoallo. Und der Name des Gehilfen des Hohepriesters sei Sagan. Mr. Faber (dem dies auffiel) denkt, dass ersteres eine Verballhornung von Isch-da-eloah, ein Mann Gottes, sei; siehe das Original von 2. Könige IV, 21, 22, 25, 27, 40 und andere Stellen. Und vom letzteren Wort sagt er: „Sagan ist der Name, mit dem die Hebräer den Stellvertreter des Hohepriesters benannten, der sein Amt ergänzte und der bei Abwesenheit des Hohepriesters in desen Funktion diente. Siehe Calmet's Dict, vox Sagan.'”
„Hier ist also ein Beweis zu unserem Zweck, dass jene Indianer ihre Ordung der Priester und den Gehilfen des Hohepriesterts mit jenen antiken herbäischen Namen eines Mannes Gottes bezeichnen. Wie kann so etwsa geschehen sein, wären diese Eingeborenen keine Hebräer gewesen und hätten nicht diese Namen durch hebräische Überlieferung erhalten?” (112 – 113)
  • Das Buch Mormon erwähnt nie den Gebrauch von solchen Wörtern wie „Schilo[h]” oder „Hallelujah.” Es gibt keine Namen von Priestern oder priesterlichen Ordnungen an.
  • Der Name „Jehovah” wird nur im letzten Vers des Buches Mormon erwähnt und zwar in einem Jesaja-Zitat.

Sprachähnlichkeiten

  • Ethan Smith behauptete, dass eine Anzahl indianischer Worte ein Beweis dafür wären, dass ihre Sprachen mit Hebräisch verbunden wären. Das Buch Mormon erwähnt nichts Derartiges..
  • Klicke hier (unten) und hier (oben), um die Sprachlisten einzusehen.

Stammestotems

  • VoH behauptet, dass die Indianerstämme Tiersymbole benutzten, die an Jakobs Segen für seine zwölf Söhne erinnern:
Die Indianer, die in Stämmen sind mit ihren Häuptern und Stammesnamen bringen weiteres Licht in diesen Gegenstand. Die Hebräer hatten nicht nur ihre Stämme, wie sie die Indianer haben, sondern sie hatten ihre Tiersymbole ihrer Stämme. Das Zeichen war eine Schlange, Issachars ein Esel, Benjamins ein Wolf und Judas ein Löwe. Und dieser Charakterzug fehlt nicht unter den Eingeborenen dieses Landes. Sie haben ihren Wolfsstamm, ihren Tigerstamm, Pantherstamm, Büffelstamm, Bärenstamm, Hirschstamm, Waschbärenstamm, Adlerstamm und viele weitere. Welch anderes Volk auf Erden hat etwas Ähnliches? Ohne Zweifel ist hier eine hebräische Tradition.
Verschiedene der Symbole, die in Jakobs letzem Segegen gegeben wurden, wurden auf verblüffende Weise in den Indianern erfüllt. „Zur Schlange am Weg wird Dan, zur zischelnden Natter am Pfad. Sie beißt das Pferd in die Fesseln, sein Reiter stürzt rücklings herab. Benjamin ist ein reißender Wolf: Am Morgen frisst er die Beute, am Abend teilt er den Fang.”[Gen 49:17, 27]. Hätte das Prophetenauge auf den amerikanischen Eingeborenen geruht, es scheint, dass das Bild nicht genauer hätte sein können.” (81, Hervorhebung entfernt).
  • Das Buch Mormon erwähnt Jakobs Prophezeiung, solche Stammeseigenschaften oder Totem- oder Stammeszeichen dieser Art nicht. Noch ein dramatischer Beweis, den Amerikanern im Grenzland wohlbekannt, wurde ignoriert.

Asylstädte

  • „Dass sie eine Nachahmung der alten Asylstädte haben, beweist die Wahrheit unserer Worte.” (81).
  • Keine Asylstädte sind im Buch Mormon beschrieben. Ebenso wenig erwähnt nephitisches Recht das Asylrecht.

Passah

  • „Den Hebräern war geboten, ihr Passah mit bitteren Kräutern zu essen; Exod. xii. 8. Die Indianer haben eine bemerkenswerte Sitte, sich mit bitteren Kräutern und Wurzeln zu reinigen. In der Beschreibung von einem ihrer Feste, schreibt der Autor: „Am Ende des bemerkenswerten Tanzes, kehren die alten geliebten Frauen nach Hause zurück, um das Fest zu beschleunigen. In der Zwischenzeit trinkt jeder am Tempel reichlich von der Cassena und von andern bitteren Flüssigkeiten um, wie sie annehmen, ihren sündigen Körper zu reinigen.” (88)
  • Das Buch Mormon benutzt nie den Ausdruck „Passah” oder beschreibt das Passahmahl.

Hohepriester und Kleidung

  • „Der indianische Hohepriester macht sein jährliches Entsündungsopfer. Er erscheint an ihrem Tempel (wo ein socher ist), gekleidet in seine Kleidung aus weißer Hirschhaut, das dem antiken Efod zu entsprechen scheint” (89).
  • „Hier, so wie im Bericht von Mr. Adair, ist der Mantel und die Brustplatte ihres Hohepriesters. Bei gewöhnlichen Anlässen ziehen sie sich alle (fügt Mr. H. hinzu) an ihre heiligen Plätze zurück und rufen die Hilfe des Großen Geistes an und bringen ihm die feierlichsten Eide dar, die sie nie versäumen auszuführen, wenn Ereignisse ihren Gebeten entsprechen. Doch zu bedeutsameren Anlässen wie bei Kriegserklärungen, Friedensschlüssen oder dem Ausbruch von Epdiemien usw. unterziehen sie sich strengem Fasten ud harter Kasteiung, nehmen Rauschmittel und betäubende Drogen.” (125).
  • Das Buch Mormon sagt nichts über nephitische Priesterkleidung und spricht nicht über den Tag von Entsühnungsritualen. Jegliche nephitische Lehre konzentriert sich auf Christus als Erlöser (z.B. Mosia 2-5), nicht die Verwendung eines sterblichen Hohepriesters als Vermittler.
  • Der Ausdruck „Efod” wird nirgends im Buch Mormon erwähnt und es gibt keine Erwähnung von beraushenden oder betäubenden Drogen.

Indianisches Ritual = Hebräisch

  • „Mr. Adair beschreibt die indianischen Feste und spricht davon, dass sie eine sehr enge Ähnlichkeit mit den festgestellten Festen im alten Israel zeigen. Er gibt zu Bedenken, dass die Indianer, wenn sie dabei sind in den Krieg zu ziehen, ihre vorbereitenden Opfer, Reinigungen und Fastenzeiten haben. Er spricht von ihrem täglichen Opfer, ihren Waschungen, Heiraten, Scheidungen, Begräbnissen, Totenklagen, Trennungen von Frauen und Strafen für verschiedene Verbrechen, dass dies seiner Meinung nach hebräischen Ursprungs seien.” (90).
  • Das Buch Mormon erwähnt nie Feste, Kriegsvorbereitungen, rituelle Reinigungen, Waschungen, Hochzeitsformen, Scheidungsformen oder Trennung von Frauen.

Kriegsvorbereitungen

  • „Die Reinigungen, das Fasten, die Enthaltsamkeit und Gebete, um Kriege vorzubereiten, scheinen hebräisch zu sein. Adair sagt: Bevor die Indianer in den Krieg ziehen, haben sie viele vorbereitenden Zeremonien der Reinigung und des Fastens, wie das was von den Israeliten berichtet wird. Wenn der Führer damit beginnt, Freiwillige zu sammeln, geht er dreimal um sein dunkles Winterhaus, engegen dem Lauf der Sonne und stößt das Kriegsgeschrei aus, [90], singt den Kriesgesang und schlägt eine Trommel. Er spricht zur Menge, die sich um ihn sammelt und nach viel Zeremoniell schreit er wieder nach den Kriegern, damit sie kommen und sich ihm anschließen und sich für den Erfolg gegen den gemeinsamen Feind heiligen, gemäß ihrem alten religösen Gesetz. Bald schließt sich ihm eine Anzahl in seinem Winterhaus an, wo sie getrennt von allen anderen wohnen und sich drei Tage und drei Nächte lang außer dem angebrochenen Tag reinigen. An jedem Tag beobachten sie strenges Fasten bis zum Sonnenuntergang. Dabei beobachten sie die jungen Männer (Die noch nicht als Krieger initiert wurden) sehr genau, damit nicht ungewöhnlicher Hunger sie versucht es zu verletzen unter der angenommenen Gefahr für all ihr Leben im Krieg, indem dadurch die Kraft ihrer reinigenden, geliebten Medizin zerstört wird, die sie während dieser Zeit reichlich trinken. Sie beobachten ihr Gesetz der Reinigung so streng und halten es für so wesentlich, ihre Gesundheit und ihren Erfolg im Krieg zu erlangen, dass sie nicht einmal dem beliebtesten Händler, der je unter ihnen lebt erlauben, wissentlich den geliebten Boden zu betreten, der dafür gewidmet ist, dort für den Krieg geheiligt zu werden, noch weniger sich zu so einer Zeit dem Lager in den Wäldern anzuschließen, auch wenn er im Krieg auf ihrer Seite steht. Sie verpflichten ihn, getrennt von ihnen für sich zu gehen und zu lagern als ein unreines, gefährliches Tier, bis ihn der Führer gemäß der üblichen Zeit und Methode mit den heiligen Gegenständen der Lade geheiligt hat.” (90).
  • Dieses lebhafte Material hätte Amerikaner des 19. Jahrhunderts sehr stark angesprochen, die entweder von kriegerischen Indianern fasziniert waren oder sie fürchteten. Doch kein solches dramatisches oder malerisches Material verschönert den Bericht des Buches Mormon über Krieg

—seine Beschreibungen sind prosaisch und beschreiben nur die Herstellung von Waffen oder die Vorbereitung von Vorräten. Die Sicht des Buches Mormon auf Krieg ist pragmatisch, nicht romantisch oder exotisch.

Begräbnisriten

Witwenschaftsgesetze

  • „Eine Witwe unter ihnen ist durch strenge indianische Sitte gebunden, den Tod ihres Ehemannes drei Jahre oder länger zu betrauern, außer ein Bruder des verstorbenen möchte sie nehmen. In diesem Fall wird sie aus diesem Gesetz entlassen, sobald bekannt ist, dass der Bruder mit ihr Liebe macht. Dann darf sie ihr Trauerkleid abwerfen [93] und sich wie die anderen kleiden und bemalen. Gewiss scheint das seinen Ursprung in jenem mosaischen Gesetz zu haben.” (92 – 93).
  • Keine Geetze oder Regeln in Bezug auf Witwen werden besprochen. Die einzige Witwe, über die gesprochen wird, weicht von dem Muster ab, von dem uns Ethan Smith versichert, es sei ein klares Zeichen von hebräischem verhalten (siehe Alma 47:32-35) — eine weitere verlorene Gelegenheit für Josephs Fälschung!

Medizinbeute!

Dieser Stamm der Chippeways, (informiert uns Mr. Herman,) nennt ihren heiligen Beutel ihren „Medizinbeutel.” Der Inhalt scheint im wesentlichen derselbe zu sein und zum selben Zweck wie der Inhalt der heiligen Lade bei anderen Stämmen” (105).
  • Keine Medizinbeutel oder Parallelen zur Bundeslade werden im Buch Mormon besprochen.

koscher

  • „Adler jeder Art betrachten sie als unreine Nahrung, ebenso Raben, Krähen, Fledermäuse, Bussarde, Schwalben und alle Arten Eulen.” Das betrachtet er exakt hebräisch, ebenso die Reinigung ihrer Priester und Reinigung, wenn man einen Leichnam oder sonst etwas Unreines berührt hat.” (114)
  • Das Buch Mormon erwähnt nie koscher-Gesetze oder beschreibt zu vermeindende Tiere.

Architektur

  • Ausführliche Beschreibungen von Pyramiden werden als eindrucksvolle Beweise gegeben (136, 154–156).
  • Geometrie in der Architketur wird hervorgehoben: „Sie haben uns vollkommene Beispiele für Kreise, Quadrate, Achtecke und parallele Linien in großartigem und edlem Maße hinterlassen” (144, see also 147).
  • Das Buch Mormon ignoriert Geometrie und ergeht sich nicht in der Beschreibung von Gebäuden, um das Publikum zu beeindrucken oder zu erstaunen.

Gebetsriemen

  • Wo immer sie hingingen, nahmen sie diese Gebetsriemen mit. Wenn sie sie in dieses Land brachten, dann bewahrten sie sie mit Eifer. Ganz natürlich würden sie einer der kostbarsten Inhalte in ihrer heiligen Lade werden, da ihr Volk früher das heilige Gesetz in der Bundeslade aufbewahrte. Hier würde ein solcher Gebetsriemen durch noch so viele Jahrhunderte sicher sein. Das ist so weit davon entfernt unwahrscheinlich zu sein, dass fast eine moralische Gewissheit ist.” (Kursiv im Original) (172).
  • Schon wieder ignoriert Joseph Smith ein vorgeblich „sicheres Tor” in einem Beweis. Es gibt keine Gebetsriemen im Buch Mormon.

Quetzalcoatl

  • View of the Hebrews verbindet Quetzalcoatl mit Mose und bespricht diese gestalt ausführlich (156 – 160).
  • Das Buch Mormon erwähnt Quetzalcoatl nicht, auch wenn Heilige der letzten Tage später finden, dss die Legenden überzeugende Beschreibungen von Christus liefern. Nochmals: Joseph ignoriert das reichliche Material, das Ethan Smith liefert.

Die Verwendung von Heiliger Schrift in View of the Hebrews und im Buch Mormon

Wenn View of the Hebrews als Grundlage für das Buch Mormon gedient hätte, sollte man annehmen, dass die Schriftstellen aus der Bibel, die Ethan Smith benutzte von Joseph Smith für das Buch Mormon genutzt worden wären. Das ist jedoch nicht der Fall. Aus Jesaja zitiert VoH 95 Verse und das Buch Mormon 332 Verse. Davon kommen 30 Verse in beiden Büchern vor. Anders gesagt, 91,7 % der Jesaja-Verse im Buch Mormon sind in VoH nicht zu finden. Ethan Smith legt großen Wert auf Jesaja Kapitel 18, von dem im Buch Mormon kein einziger Vers zitiert wird. Weitere, vor allem apokalyptische Schriftstellen kommen in beträchtlicher Anzahl in VoH vor und werden im Buch Mormon nicht erwähnt.

Das Buch Mormon enthält Passagen, die auch in de Bibel zu finden sind (z.B. Matthäus 5-7 in 3. Nephi 12-14). Sie sind laut Buch Mormon durch direkte Offenbarung vermittelt worden. Ethan Smith ist als Vermittler sicher nicht nötig.

Warum wurde dies erst später entdeckt?

Kein Zeitgenosse von Joseph Smith wies auf die angeblich „offensichtliche” Verbindung zwischen View of the Hebrews und dem Buch Mormon hin. Erst nach dem Versagen der Spaulding-Theorie begannen Kritiker eine neue naturalistische Erklärung für Josephs Erstellung eines Buches von mehr als 500 Seiten heiliger Schrift zu suchen. Wie Stephen Ricks anmerkt:

Über dies „Unparallelen” hinaus gibt es eine weitere Frage, die Vertreter der View of the Hebrews Hypothese beantworten müssen: Warum erwähnen frühe Kritker des Buches Mormon in ihren Angriffen darauf nie Ethan Smith? Wenn diese Parallelen schon so klar sind, warum wurden sie dann nicht von Personen bemerkt, die nicht nur mit dem Buch von Ethan Smith vertraut waren, sondern die auch ein existentielles Interesse an seinen Behauptungen hatten? Warum wurde es erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Quelle des Buches Mormon betont, als das Buch nur mehr antiquairisches Interesse fand und sein Inhalt nicht mehr Inhalt verbreiteter und populärer Diskussionen war? Mein Verdacht ist, dass das, was heute als „besondere” Sichtweise von View of the Hebrews erscheint, eschatologisch und sonst, in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, das weniger zu sein schien als diese Ideen in veröffentlichten und unveröffentlichten Foren frei flossen.

Verfügbarkeit der Quellendokumente

Die Theorie über View of the Hebrews wurde umso beliebter, je mehr die Verfügbarkeit des Buches selbst abnahm. Den besten Beweis gegen View of the Hebrews als Primärquelle für das Buch Mormon erhält man, wenn man den Text selbst liest. Doch der Zugang zum Text wurde im Lauf der Jahre immer schwieriger. Um dem interessierten Leser die Möglichkeit zu geben, selbst zu entscheiden, hat das Zentrum für religiöse Studien der BYU im Jahr 1996 die Auflage von View of the Hebrews von 1825 neu veröffentlicht. Es gbt das Buch auch auf wikisource.

Verbindung zwischen Ethan Smith und Oliver Cowdery

Kritiker behaupten eine Verbindung zwischen Ethan Smith und Oliver Cowdery, da beide in Poltney, Vermont lebten. Als Smith View of the Hebrews schrieb, diente er als Pastor jener Kirche, die Oliver Cowderys Familie besuchte. Außer der Spekulation aufgrund dieses Zusammentreffens gibt es keinen weiteren Hinweis auf eine Verbindung zwischen View of the Hebrews, Oliver Cowdery und dem Buch Mormon.


Zusammenfassung


Die Theorie mit View of the Hebrews ist nur ein weiterer Versuch, einen sekulären Ursprung des Buches Mormon zu erklären. Viele Kritikpunkte beruhen auf der Liste von Parallelen von B. H. Roberts, die nur dann einen Wert hat, wenn man sie auf ein hemisphärisches geographisches Modell des Buches Mormon bezieht. Es gibt eine bedeutende Anzahl von Unterschieden zwischen den beiden Büchern, die man leicht entdeckt, wenn man das Werk von Ethan Smith liest. Viele Punkte, die Ethan Smith für wichtig erachtete, werden im Buch Mormon überhaupt nicht erwähnt und viele von den „Parallelen” sind im Lichte heutiger Wissenschaft nicht mehr gültig.

Vertreter der Ethan-Smith-Theorie müssen auch erklären, warum Jospeh, der angebliche Fälscher, die Frechheit hatte, selbst auf die Quelle seiner Fälschung hinzuweisen. Sie müssen auch erklären, warum, wenn Joseph diesen Beweis so übezeugend fand, er ihn nicht für den Text des Buches Mormon ausplünderte. Das Buch Mormon enthält nämlich keinen Bezug auf die vielen „Unparallelen”, von denen Ethan seine Leser versicherte, dass sie buchstäblich eine hebräische Verbindung mit den Indianern garantierten.

Fußnoten

  1. Joseph Smith, Jr.,"From Priest's American Antiquities," (1. Juni 1842) Times and Seasons 3:813-815.
  2. View of the Hebrews: 1825 2nd Edition Complete Text by Ethan Smith, edited by Charles D. Tate Jr., (Provo: BYU Religious Studies Center, 1996), 223. ISBN 1570082472. Link Link
  3. Ethan Smith, 220.
  4. Ethan Smith, 184-185.




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Theorien über die Autorenschaft des Buches Mormon


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  • Schnelle Antworten auf Fragen von Antimormonen von Stephan R. Gibson - Copyright für die deutsche Übersetzung LDS BOOKS Schuber Roth OHG, Bad Reichenhall ISBN 3-934347-29-0
S.22: Beruht es auf „View of the Hebrew”?

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