Das Buch Mormon/Anachronismen/Metallplatten

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Anachronismen im Buch Mormon: Metallplatten


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Kritik

Kritiker behaupten, Joseph Smiths Behauptung, er habe Berichte auf Metallplatten gefunden, seien nicht plausibel.

Quellen der Kritik

  • Anthony A. Hoekema, Mormonism (Grand Rapids, MI: Eerdmans, 1963), 89–90.
  • John Hyde, Jr., Mormonism: Its Leaders and Designs (New York: Fetridge, 1857), 217–218.
  • M.T. Lamb, The Golden Bible (New York: Ward and Drummond, 1887), 11.
  • Stuart Martin, The Mystery of Mormonism (London: Odhams Press, 1920), 27.
  • Brent Lee Metcalfe, "Apologetic and Critical Assumptions about Book of Mormon Historicity," Dialogue 26/3 (1993): 156–157
Pyrgi gold plates. Photo (C) 2014, William J. Hamblin, used with permission. These plates are religious texts dating to around 500 BC in Italy; one is written in Phoenician (= Paleo-Hebrew), and two in Etruscan. They are now in the Etruscan Museum in the Villa Giulia in Rome. The Phoenician text is in the middle. (Click to enlarge)
Pyrgi gold plates. Photo (C) 2014, William J. Hamblin, used with permission. This is a close-up of the middle plate (in Phoenician/Paleo-Hebrew). (Click to enlarge)

Erwiderung

In der Vergangenheit haben Kritiker des Buches Mormon die angenommene Absurdität aufgegriffen, das Buch Mormon sei auf Goldplatten geschrieben gewesen und dass es eine Version der hebräischen Bibel aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. auf Messingplatten gegeben habe. Heute geben Kritiker nahezu einstimmig zu, dass es zahlreiche Beispiele für antike Schriften auf Metallplatten gibt. Ironischerweise behaupten stattdessen einige Kritiker heute, das Wissen um solche Platten wäre zur Zeit von Joseph Smith leicht zugänglich gewesen. Hugh Nibleys Beobachtung von 1952 schreibt ziemlich vorausschauend:

Es wird nicht lange dauern, bis die Menschen vergessen, dass der Prophet Joseph Smith zu seiner Zeit wegen seiner Beschreibung der Platten verspottet und verlacht wurde, mehr als wegen etwas anderem.[1]

Eine kürzlich erfolgte Neubewertung der Beweise weist nun auf die Tatsache, dass die Beschreibung des Buches Mormon von heiligen Berichten, die auf Bronzeplatten geschrieben wurden, wunderbar ins kulturelle Umfeld des antiken östlichen Mittelmeerraumes passt.

Eines der ältesten bekannten erhaltenen Beispiele des Schreibens auf „Kupferplatten” sind die Inschriften der Byblos-Schrift aus dem 18. Jahrhundert v. Chr. aus der Stadt Byblos an der phönizischen Küste. Die Schrift wird als Silbenschrift beschrieben, die ganz klar durch das ägyptische Hieroglyphensystem beeinflusst war und das wichtigste bekannte Bindeglied zwischen den Hieroglyphen und dem kanaanitischen Alphabet darstellt.[2]

Es wäre nicht verfehlt, die Texte der Byblos-Schrift als semitische Bronzeplatten, beschrieben mit reformierten ägyptischen Schriftzeichen zu bezeichnen.[3]

In seinen Studien über die kulturelle Abhängigkeit der griechischen Kultur vom antiken Nahen Osten verweist Walter Burkert auf die Übertragung der Praxis des Schreibens auf Bronzeplatten (semitische Wurzel dlt) von den Phöniziern zu den Griechen: „Die Verwendung des Ausdrucks 'bronze deltoi' [Platten, von dlt] als ein [griechischer] Ausdruck für antikes sakrales Gesetz geht zurück auf das siebente oder sechste Jahrhundert v. Chr. als jene Zeit, in der die Ausdrucksweise und der Brauch auf Bronzeplatten zu schreiben von den Phönizieren zu den Griechen gelangte.[4]

Wer das Buch Mormon studiert, wird bemerken, das dies genau die Zeit und der Ort ist, von dem das Buch Mormon behauptet, dass dort ähnliche Bronzeplatten existierten, die das „antike sakrale Gesetz” der Hebräer enthielten, der nahen Vettern der Phönizier.

Burkert weist auch darauf hin, „dass der Brauch der Subscriptio insbesondere den Aufbau späterer griechischer Bücher mit dem Brauch in Keilschrifttexten übereinstimmt, den Namen des Schreibers/Autors und den Titel des Buches ganz an das Ende, nach der letzten Zeile des Textes zu setzen. Dies ist eine ausschließliche und bis in die Einzelheiten gehende Entsprechung, die beweist, dass die literarische Praxis der Griechen schließlich von Mesopotamien herstammt. Es nötig zu postulieren, dass aramäische Pergamentrollen das Bindeglied darstellten.”[5]

Joseph Smith schrieb: „Die Titelseite des Buches Mormon ist eine wörtliche Übersetzung, entnommen aus dem letzten Blatt, auf der linken Seite der Sammlung oder des Buches von Platten, die den Bericht enthielten, der übersetzt worden ist.”[6]

Diese Idee widersprach dem Anfang des 19. Jahrhundert Üblichen, wo „Titelseiten” am Anfang, nicht am Ende von Büchern erschienen.

Warum hat dann Joseph Smith behauptet, das Buch Mormon habe Subscriptio geübt, das Schreiben des namens des Autors am Ende des Buches? Wenn das Vorhandensein des Brauches von Subscriptio unter den Griechen „eine bis ins Einzelne gehende und ausschließliche Entsprechung darstellt, die beweist, dass griechische Literaturpraxis [über Syrien] letztendlich von Mesopotamien abhängt, wie Burkert behauptet, kann dann nicht dasselbe vom Buch Mormon gesagt werden, nämlich dass der Brauch von Subscriptio eine bis ins Detail gehende und ausschließliche Entsprechung darstellt, welche einen Beweis dafür bietet, dass das Buch Mormon letztendlich vom Nahen Ost abhängt?

Zusammenfassung


Sämtliche Einzelheiten der Entstehung des Buches Mormon, die von Kritikern als absurd bezeichnet wurden, sind mittlerweile durch unabhängige Funde archäologisch als Vorgehensweise und Bräuche aus dem antiken östlichen Mittelmeerraum belegt:

  • Schreiben bedeutsamer Texte auf Metallplatten: Byblos-Schrift, Kupferrolle aus Qumran und viele mehr
  • Verwendung von reformierten (abgeänderten) ägyptischen Schriftzeichen: Byblos-Schrift
  • Titelseite mit Titel und Autorenname am Ende des Textes statt am Anfang: Allgemeiner Brauch bei den Griechen, aus dem Nahen Osten übernommen.

Was vor hundert Jahren noch als lachhafte Phantasie von Joseph Smith betrachtet wurde, hat sich heute als übliche Praxis der Antike gezeigt und stärkt die Plausibilität des Buches Mormon als antiker Text.

Fußnoten

  1. [back] Hugh W. Nibley, Lehi in the Desert, the World of the Jaredites, There Were Jaredites, edited by John W. Welch with Darrell L. Matthew and Stephen R. Callister, (Salt Lake City, Utah : Deseret Book Company ; Provo, Utah : Foundation for Ancient Research and Mormon Studies, 1988), 107. ISBN 0875791328.
  2. [back]  Siehe Copyright © 2005–2010 Foundation for Apologetic Information and Research. Der Inhalt dieser Seite darf nicht ohne schriftliche Genehmigung von FAIR kopiert, veröffentlicht oder weiterverbreitet werden. Die Foundation for Apologetic Information & Research (FAIR) ist eine nicht-kommerzielle Organisation, die Ende 1997 zum Zweck gegründet wurde, die Kirche zu verteidigen. Das Personal von Fair arbeitet vollständig ehrenamtlich, alle widmen sich der Verteidigung der Kirche. FAIR ist weder im Besitz noch unter Kontrolle noch sonst irgendwie der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage angegliedert. Für alle Recherchen und Ansichten, die auf dieser Seite angeboten werden, trägt FAIR die alleinige Verantwortung und sollte nicht als offizielle Erklärungen der HLT-Lehre und Glauben interpretiert werden. Byblos ist nur ungefähr 270 km nördlich von Jerusalem.
  3. [back] Hugh W. Nibley, Lehi in the Desert, the World of the Jaredites, There Were Jaredites,(Lehi in der Wüste, die Welt der Jarediten, es gab Jarediten) herausgegeben von John W. Welch mit Darrell L. Matthew und Stephen R. Callister, (Salt Lake City, Utah : Deseret Book Company ; Provo, Utah : Foundation for Ancient Research and Mormon Studies, 1988), 105–6. ISBN 0875791328. Nibley erwähnt diese Platten, die erst 1985 entziffert wurden.
  4. [back] Walter Burkert, Die orientalisierende Epoche in der griechischen Religion und Literatur, Heidelberg 1984, ISBN 3-533-03528-X (zitiert aus der Übersetzung von Walter Burkert und Margaret E. Pinder, The Orientalizing Revolution: Near Eastern Influence on Greek Culture in the Early Archaic Age (Cambridge, Mass. : Harvard University Press, 1992), S. 30. ISBN 0674643631.
  5. [back] Walter Burkert, Die orientalisierende Epoche in der griechischen Religion und Literatur, zitiert aus der Übersetzung S.32.
  6. [back] Joseph Smith, History of The Church of Jesus Christ of Latter-day Saints, 7 volumes, edited by Brigham H. Roberts, (Salt Lake City: Deseret Book, 1957), 1:71 (Hervorhebungen hinzugefügt)



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  • Der Stern Januar 1958 Historische Metallplatten - auch andere Völker benutzten Metallplatten zur Darstellung geschichtlicher Tatsachen Link
  • Der Stern Juni 1961 Die Sache mit den Goldplatten Link

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