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Achtung! Mitglieder von FAIR nehmen ihre Tempelbündnisse ernst. Wir betrachten die Belehrungen im Tempel als heilig und besprechen ihre Besonderheiten daher nicht in einem öffentlichen Forum.

Frage

Heilige der Letzten Tage glauben, dass die Tempelbegabung eine ewige Verordnung ist, die Joseph Smith durch Offenbarung von Gott erhalten hat. Warum hat es dann mehrmals Änderungen gegeben, seit sie zum erstenmal offenbart wurde?

Antwort

Gottes Anweisungen und wie er mit seinem Volk umgeht, ändern sich je nach dem Verständnis und den Bedürfnissen seines Volkes. Gott sagt nicht jedem, er solle eine Arche bauen und auf eine Flut warten. Änderungen geschehen meistens als Ergebnis der Handlungsweise Gottes mit seinen Kindern gemäß den Änderungen ihrer Umstände.

Wir wissen zum Beispiel, dass wesentliche Änderungen in der Vorgehensweise zur Zeit Christi stattfanden. Christus erfüllte das Gesetz des Mose und die Vorgehensweisen, die mit diesem Gesetz verbunden waren, waren nicht mehr länger nötig. Änderungen gab es auch nach dem irdischen Wirken Christi. Zum Beispiel lehrte Christus anfänglich nur die verlorenen Schafe vom Haus Israel das Evangelium http://www.bibleserver.com/#/text/EU/Matthäus15,24 und verbat seinen Aposteln, zu den Heiden zu gehen (Matthäus 10:5-6). Nach dem Tod Christi wurde Petrus durch einen Engel geboten, das Evangelium allen Menschen zu bringen. (Apostelgeschichte 10, 11; Matthäus 28:19). Nach dem Wirken Christi in der Sterblichkeit wurde auch die Beschneidung unnötig. (Apostelgeschichte 15, Galater 6:15). Veränderungen in der Kirche sind nicht nur üblich, sondern oft notwendig. Solche Änderungen müssen jedoch durch Inspiration oder Offenbarung vom Oberhaupt der Kirche, nämlich Jesus Christus, durchgeführt werden.

Es gibt absolute Wahrheiten und relative Wahrheiten. Absolute Wahrheiten (wie: Gott lebt und Jesus ist der Christus) ändern sich nicht. relative Wahrheiten oder Vorgehensweisen (wie Beschneidung, Mehrfachehe, das Alter der Ordinierungen im Priestertum) ändern sich. Viele relative Wahrheiten drehen sich um Dinge der Vorgehensweise und darum, wie absolute Wahrheiten dargeboten werden sollen und nicht um die absoluten Wahrheiten selbst. So wie zusätzliche Wahrheit offenbart wird, ändert sich unser Verständnis von früherer Offenbarung, um sich dem zusätzlichen Licht anzupassen. „Denn er gibt den Getreuen Zeile um Zeile, Weisung um Weisung; und ich will euch hiermit prüfen und erproben.” (LuB 98:12) „Was von Gott ist, das ist Licht; und wer Licht empfängt und in Gott verbleibt, empfängt mehr Licht; und jenes Licht wird heller und heller bis zum vollkommenen Tag.” (LuB 50:24)

Dass die Tempelzeremonie Veränderungen, Verbesserungen und Verfeinerungen erfahren hat, sollte keine Überraschung darstellen. Joseph Fielding Smith sagte, dass das „Werk der Erlösung für die Toten wie jede andere Lehre zum Propheten kam: stückweise. Sie wurde nicht auf einmal offenbart.” [1]

Was hat sich an der Tempelzeremonie verändert? Vielleicht ist es wichtiger zu verstehen, was sich nicht verändert hat. Was ist die „Begabung”? Brigham Young sagte:

„Ihre Begabung bedeutet, dass Sie im Haus des Herrn alle jene Verordnungen erhalten, die Sie brauchen, nachdem Sie aus diesem Leben geschieden sind, um in die Gegenwart des himmlischen Vaters zurückzugehen. Damit Sie an den Engeln vorbeigehen können, die als Wachen dastehen, damit Sie ihnen die Schlüsselwörter, die Zeichen und Kennzeichen geben können, die zum heiligen Priestertum gehören und damit Sie trotz Erde und Hölle Ihre ewige Erhöhung erlangen.” [2]

Joseph Smith sagte, das Endowment sei so beschaffen, dass es uns durch Belehrung und Bündnisse „einen umfassenden Überblick über unsere Umstände und unsere wahre Beziehung zu Gott” gibt. [3] Wie Brigham Young anmerkte, beinhalten wichtige Elemente der Begabung die Schlüsselwörter, die Zeichen und Kennzeichen. Das Mittel, wodurch diese wichtigen Elemente zum Ausdruck gebracht werden, ebenso die anderen Komponenten der Begabung wie Strafen und die dramatische Präsentation der Begabung sind weniger wesentlich (relative Wahrheiten). Die Bedeutung und der Zweck der Begabung bleibt jedenfalls unverändert. Wie Gott die Bedeutung und die Botschaft der Begabung zu vermitteln entscheidet, kann sich jedoch je nach seinen Anweisungen ändern. Dank fortgesetzter Offenbarung kann die Begabung abgeändert werden je nachdem, wie sich unser Verständnis ändert. Wie Gre Kearney erklärt:

Als Joseph erstmalig versuchte, die Wahrheiten der Begabung zu vermitteln, benutzte er eine rituelle Form, die den Heiligen seiner Zeit vertraut war. Diese rituelle Form war in mancher Hinsicht von freimaurerischer Art. Als die Heiligen ihre Verbindung zur Freimaurerei verloren, wurde auch die symbolische Bedeutung der Strafen und anderer freimaurerischer Elemente verloren. Sie wurde für alle mit Ausnahme jener wenigen Heiligen der Letzten Tage, die Freimaurer sind, bedeutungslos. Daher wurden die Strafen zusammen mit anderen sowohl freimaurerischen als auch nicht freimaurerischen Elementen aus der Begabung entfernt, da sie ihre Aufgabe, die Wahrheit der Begabung zu vermitteln, nicht mehr erfüllten.

Obwohl Joseph Smith die Grundsätze der Begabung durch Offenbarung empfing, erkannte er doch, dass sich die Darstellung der Begabung ändern könnte und würde. Im Mai 1842, nachdem die erste Begabung gegeben worden war, sagte der Prophet zu Brigham Young, dass die Begabung „nicht vollkommen arrangiert” sei und er wolle dass er, Brigham, die Zeremonien „organisiert und systematisiert”. Brigham Young behauptet, dass er bei der Erfüllung dieser Aufgabe mehr Einsicht in die Begabung gewonnen habe.

In folgenden Jahren meinte Brigham Young, dass sich die Darstellung der Begabung weiter entwickeln könne. Am 6. April 1845 sagte Brigham Young in einer Konferenz in Nauvoo, dass Joseph in seinem Leben „nicht alles, was mit der Lehre der Erlösung zusammenhängt, erhalten hat”, vielmehr ließ er den Schlüssel bei den Brüdern. „Wir müssen lernen, wie wir in einigen Dingen treu sind. Die Verheißung lautet ja, dass wir, wenn wir in wenigem treu sind, wir Herrscher über vieles sein werden. Wenn wir uns in kleinen Dingen verbessern, werden uns größere gegeben werden.” [4]

Die dramatische Darstellung der Begabung hat Änderungen erfahren. Bis zur Weihe des St. George Tempels im Jahr 1877 wurde die Begabung nur in mündlicher Form weitergegeben. Brigham, als einziger Überlebender der ursprünglichen Gruppe, die ihre Begabung von Joseph Smith im Jahr 1842 erhalten hatte, war bestrebt, diese Verordnung so vollkommen wie möglich zu bewahren. Er nahm seinen Sohn Brigham jun. und Wilford Woodruff zu Hilfe und erteilte ihnen den Auftrag, die Zeremonien niederzuschreiben, damit sie den Tempelarbeitern gelehrt werden konnten. Wilford Woodruff erinnerte sich, dass sich Präsident Young den ganzen Winter lang mühte, „so weit nur möglich eine vollkommene Form der Begabung zu erhalten.” [5] Dies lässt vermuten, dass die Begabung sich wohl leicht von der Begabung von Joseph Smith unterschied.

Woodruff schrieb, dass sie bis zu dieser Zeit „gemäß all dem Licht und der Erkenntnis, die sie hatten, gehandelt hatten”, doch sie „hatten das Gefühl, dass es noch mehr über diese Sache zu offenbaren gab, als wir erhalten hatten.” Nachdem sie Offenbarung im St. George Tempel erhalten hatten, wurden in der Begabung „Änderungen gemacht” und Woodruff schrieb, dass „wir immer noch weitere Änderungen machen müssen, um unseren Himmlischen Vater zufrieden zu stellen, um unsere Toten und uns selbst zufrieden zu stellen.” [6] Eine der Änderungen war die Hinzufügung von stellvertretenden Begabungen für die Toten. Obwohl die Lehre bezüglich der Taufen für die Toten unter der Weisung von Joseph Smith offenbart und durchgeführt wurden, wurden die ersten Begabungen, die für die Toten waren, erst am 11. Januar 1877 im St. George Tempel durchgeführt. „Nicht lange zuvor”, schreibt Cowan, „hatte Präsident Young einigen Tempelarbeitern gesagt, dass er soeben durch Offenbarung erfahren habe, dass genauso wie für die Lebenden für die Toten eine volle und vollständige Abfolge von Verordnungen nötig sind.” [7] Sechzehn Jahre später traf sich Wilford Woodruff mit dem Kollegium der Zwölf und mit vier Tempelpräsidenten und die verschiedenen und unterschiedlichen Varianten der Begabungszeremonien miteinander in Einklang zu bringen. [8]

Wie die Propheten erkannt haben, erwartete eine lebendige Kirche mit fortgesetzter Offenbarung, dass der Herr weiteres Licht, Korrekturen und Abänderungen hinzufügt, so wie sich die Bedürfnisse und das Verständnis seines Volkes ändert.

Schlussfolgerung

Soweit die Begabung von Gott durch Offenbarung und Inspiration gegeben wurde, ist er völlig dazu fähig, gemäß den Bedürfnissen und dem Verständnis des Volkes des Herrn Abwandlungen der Begabung zu offenbaren, um ihm besser von Nutzen zu sein. Dass die Darstellung der Begabung sich entwickelt hat, ist ein stärkeres Zeugnis dafür, dass sich die Gottheit aktiv um das geistige Leben ihrer Kinder kümmert, als ein einmal festgelegter, für immer unveränderlicher Ritus, dessen tiefe Bedeutung verloren geht, wenn kulturelle Veränderungen einst vertraute Symbole zu leeren Zeichen voll Geheimnis und Misstrauen machen.

Fußnoten


  1. Joseph Fielding Smith, Doctrines of Salvation, comp. Bruce R. McConkie, 3 vols., (Salt Lake City: Bookcraft, 1954–56), 168.
  2. Brigham Young, "NECESSITY OF BUILDING TEMPLES—THE ENDOWMENT," (April 6, 1853) Journal of Discourses 2:31.
  3. Joseph Smith, Jr., Teachings of the Prophet Joseph Smith, herausgegeben von Joseph Fielding Smith (Salt Lake City: Deseret Book Company, 1976), 324. ISBN 087579243X. Link
  4. Millennial Star 6 (6 April 1845), 119–121.
  5. David John Buerger, "The Development of the Mormon Temple Endowment Ceremony," Dialogue: A Journal of Mormon Thought 20:4 (Winter 1987): 50.
  6. }} Wilford Woodruff, Discourses of Wilford Woodruff (Salt Lake City: Bookcraft, 1964), 154
  7. Richard O. Cowan, “Brigham Young: Builder of Temples,” in Lion of the Lord: Essays on the Life and Service of Brigham Young, eds., Susan Easton Black and Larry C. Porter, (Salt Lake City: Deseret Book, 1995), 240; see also Richard O. Cowan, “The Doctrine and Covenants on Temples and Their Functions,” Doctrines for Exaltation: The 1989 Sperry Symposium on the Doctrine and Covenants (Salt Lake City: Deseret Book, 1989), 27.
  8. Wilford Woodruff, Wilford Woodruff’s Journal, 9 vols., ed., Scott G. Kenny (Salt Lake City: Signature Books, 1985), 9:267; journal entry dated. ISBN 0941214133.


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